Der Flugzeugbauer Boeing versucht nach dem Debakel um seinen Langstreckenjet 787 «Dreamliner» grünes Licht für neue Testflüge zu bekommen. Das Unternehmen habe bei der US-Luftfahrtaufsicht FAA einen entsprechenden Antrag eingereicht, sagte ein Boeing-Sprecher. Einem Behördenvertreter zufolge gibt es jedoch noch keine Entscheidung. 

Nach einem Brand in einem «Dreamliner» von Japan Airlines (JAL) und der Notlandung eines Jets von All Nippon Airways (ANA) hatten die Aufsichtsbehörden Mitte Januar ein Flugverbot für alle Maschinen des Typs verhängt.

Mit einer Testflug-Erlaubnis bekäme Boeing die Möglichkeit, im Betrieb nach den Ursachen der Brandgefahr im Batteriesystem zu suchen. Die bisherigen Überprüfungen der Flugzeugelektrik hatten nicht zum Ziel geführt. Weder in der Hilfsturbine noch in der Lithium-Ionen-Batterie konnten die Experten Mängel finden. Alles hatte auf Probleme in diesem Bereich hingedeutet: So war das Feuer in der JAL-Maschine an der Batterie ausgebrochen, und eine schmorende Batterie zwang die Piloten des ANA-Jets zur Notlandung.

Dem Boeing-Sprecher zufolge würden alle beantragten Testflüge mit einem existierenden Testflugzeug ausgeführt. Derzeit müssen alle 50 bereits ausgelieferten «Dreamliner»-Jets am Boden bleiben. Auch die Auslieferung neuer Maschinen ist gestoppt. Die Maschinen dürfen vom Werksgelände in North Charleston (US-Bundesstaat South Carolina) nicht abheben. Wie teuer die Probleme Boeing zu stehen kommen, ist noch nicht absehbar, auch wenn es erste grobe Schätzungen gibt. Betroffene Fluggesellschaften haben bereits Schadenersatzforderungen angekündigt.

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(tno/awp)

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