Unklare Rechtsvorschriften bremsen nach Einschätzung internationaler Börsenbetreiber die Entwicklung einer neuen Technik, die Handelsgeschäfte schneller und günstiger machen soll. Im Blickpunkt steht dabei die digitale Verschlüsselungstechnik Blockchain, auf der auch die virtuelle Währung Bitcoin beruht.

Eine Umfrage unter 24 Börsen, Clearing- und Abwicklungsfirmen – darunter auch die Deutsche Börse, habe ergeben, dass sich die Finanzmarkt-Firmen nicht sicher seien, inwieweit Blockchain die hohen Erwartungen erfüllen werde, teilte der Börsenverband WFE am Donnerstag mit. Fragen der Sicherheitsstandards, sowie die rechtlichen und regulatorischen Vorschriften seien nach wie vor ungeklärt.

Banken setzen auf den Trend

Fintech-Firmen investieren momentan viel Geld in das neue digitale Verfahren. Es funktioniert im Aktien- und Anleihen-Handel wie ein virtuelles Kassenbuch, über das Geschäfte direkt zwischen Käufer und Verkäufer abgewickelt werden könnten – und zwar schneller und günstiger.

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Die Finanzindustrie erhofft sich deshalb von der neuen Technik erhebliche Kosteneinsparungen. Experten zufolge könnten Fintech-Firmen damit zu ernsten Konkurrenten für etablierte Finanzmarkt-Unternehmen aufsteigen. Um das zu vermeiden, arbeiten sie an der Entwicklung mit. So beteiligte sich die Deutsche Börse deshalb zuletzt an der New Yorker Fintech-Firma Digital Asset, die auf Blockchain setzt.

Chance für die Abwicklung

Nach Einschätzung des Verbandes wird das grösste Einsatzgebiet von Blockchain wahrscheinlich im Clearing und in der Abwicklung von Börsengeschäften liegen. Es gebe aber noch grosse Hürden. So würden beispielsweise bei Geschäften über Blockchain Elemente des Handels, des Clearing und auch der Abwicklung kombiniert.

Diese drei Aktivitäten würden bei bestehenden Gesetzen und Vorschriften aber rechtlich getrennt behandelt. Auch Interesse an der Beibehaltung des derzeitigen Systems würden der weiteren Entwicklung der Blockchain-Technik im Weg stehen.

(reuters/mbü)