Das Erdöl-Dienstleistungsunternehmen Weatherford soll Vorschriften rund um die Rechnungslegung des Jahresabschlusses 2011 verletzt haben. Dies wirft die Börsenaufsicht SIX Exchange Regulation dem Unternehmen vor. Sie hat der Sanktionskommission der Börse deshalb einen Sanktionsantrag gestellt. 

Die SIX Exchange Regulation sei nach Abschluss der Untersuchung der Auffassung, dass Weatherford im Jahresabschluss 2011 gegen die angewandten Rechnungslegungsstandards von US GAAP zur Bemessung des Steueraufwands verstossen habe, teilte das Aufsichtsorgan der Schweizer Börse mit. Konkret beschuldigen die Börsenaufseher Weatherford, den Steueraufwand um 56 Millionen Dollar zu tief bemessen zu haben. Dadurch sei der Jahresgewinn um 20 Prozent zu hoch ausgewiesen worden.

Der Fehler sei auf Schwachstellen in den internen Kontrollen zurückzuführen. Die Gesellschaft habe den Fehler erkannt und nachträglich korrigiert. Die Dauer des Verfahrens ist gemäss Angaben nicht bestimmt. Die Vorwürfe werden von Weatherford teilweise bestritten. 

Aktionäre verweigerten Decharge 

Erst vergangene Woche hatten die Aktionäre von Weatherford dem Verwaltungsrat für das Jahr 2012 die Decharge verweigert. Die genauen Gründe für die Ablehnung präzisierte das Erdöl-Dienstleistungsunternehmen damals zwar nicht. Es wurde aber spekuliert, dass die Probleme bei der Bilanzerstellung eine mögliche Ursache sein könnten. 

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Das an der Schweizer Börse kotierte US-amerikanische Unternehmen mit Holdingsitz in Genf hatte seine Rechnungen überprüfen müssen. Darauf mussten die Unternehmensergebnisse für die Jahre 2009 bis 2011 nach unten angepasst werden.

(muv/aho/sda)