Erstmals in der  Unternehmensgeschichte konnte der  kalifornische Technologieriese Apple am Dienstag die Position als das Unternehmen mit der weltweit grössten Börsenkapitalisierung einnehmen. Damit löste Apple den bisherigen Spitzenreiter Exxon Mobil ab.

Im Verlauf eines äusserst turbulenten Börsentages gelang es Exxon zu Handelsschluss, die verlorene Position wieder knapp zurückgewinnen: Die Aktie von Exxon (Aktie) schloss mit 2,1 Prozent im Plus und das Unternehmen erreichte eine Kapitalisierung von 348, 2 Milliarden Dollar. Apple (Aktie) konnte 5,9 Prozent zulegen und war am Dienstag Abend mit 346,7 Milliarden nur unwesentlich weniger wert.

Exxon ist seit 2005 das wertvollste Unternehmen der Welt. Im letzten Jahr konnte Apple seinen Tech-Konkurrenten Microsoft (Aktie) vom zweiten Rang verdrängen. In den Augen von Experten gehört Apple die Zukunft. Das begründet eine Analyst damit, dass Exxon ein Produkt verkaufe, das die Menschen bräuchten, Apple jedoch etwas verkaufe, dass die Menschen wollten.

Apples Erfolg kam mit der Rückkehr von Steve Jobs zurück

Apple kann auf eine turbulente Unternehmensgeschichte zurückblicken. Als der einst geschasste Steven Jobs 1997 zu Apple zurückkam, steuerte das Unternehmen auf eine Pleite zu. Mit dem Computer iMac gelang es dem neuen Konzernchef, den Fall aufzuhalten. Mit dem 2001 vorgestellten und zunächst unterschätzten Musikplayer iPod eroberte Apple das Musikgeschäft. Das 2007 gestartete iPhone krempelte die Mobilfunk-Branche um. Mit dem iPad dominiert Apple seit vergangenem Jahr den neuen Markt der Tablet-Computer und macht anderen PC-Herstellern zu schaffen.

Ähnlich imposant entwickelte sich in den vergangenen Jahren die Apple-Aktie. Vor zehn Jahren kostete das Papier weniger als zehn Dollar. Die 100-Dollar-Marke knackte Apple erst im Frühjahr 2007, wenige Wochen vor dem Start des iPhone. Im Sommer des gleichen Jahres war sie dann bereits fast 150 Dollar wert und kratzte zum Jahresende an der 200er-Schwelle.

Sorgen um die Gesundheit von Konzernchef Steve Jobs liessen das Papier dann Anfang 2009 wieder unter 100 Dollar fallen. Jobs, der als zentrale treibende Kraft hinter den Apple-Erfolgen gilt, nahm sich eine sechsmonatige Auszeit. Später wurde bekannt, dass er eine Spender-Leber bekam. Das restliche Top-Management unter Jobs' Vertreter Tim Cook konnte jedoch die Anleger überzeugen - und inzwischen steigt die Aktie auch, während der 56-jährige Jobs gerade wieder offiziell eine Pause wegen Gesundheitsproblemen macht. Im Juli ging es hinauf bis auf fast 400 Dollar, bevor der Kurs im Zuge der Turbulenzen an den Finanzmärkten etwas absackte. Am Dienstag rückte die Aktie um knapp sechs Prozent auf 374,01 Dollar vor.

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Michael Dell empfahl Steve Jobs, Apple zu schliessen

Exxon Mobil wurde hingegen stärker in den Strudel der weltweiten Konjunktursorgen gezogen, die Aktie schwingt oft mit dem Ölpreis mit. Im Frühjahr noch stieg das Papier zeitweise bis auf knapp 88 Dollar. In den vergangenen Wochen fiel es deutlich. Am Dienstag gab es ein Plus von gut zwei Prozent auf 71,64 Dollar

Legendär ist in diesem Zusammenhang die Aussage von Michael Dell, dem CEO des ehemaligen weltgrössten Computerherstellers Dell (Aktie), der Ende der 90er Jahre Steve Jobs den Ratschlag gab, Apple komplett zu schliessen und die Aktionäre auszuzahlen, so dass sie ihr investiertes Geld nicht komplett verlieren würden.

(rcv/cms)