Der Börsenkandidat Zalando wird auch 2014 nicht aus den roten Zahlen kommen. Der Online-Händler, der massiv in seine Expansion investiert, werde die operative Gewinnschwelle (Ebit) 2014 «wahrscheinlich nicht ganz erreichen», räumte Vorstandsmitglied Rubin Ritter am Freitag ein. Es wolle sich auch nicht festlegen, wann schwarze Zahlen geschrieben werden könnten. Immerhin habe sich im ersten Quartal die Ebit-Marge verbessert, doch bleibe sie weiterhin negativ. Genaue Zahlen nannte Zalando nicht.

Beim Umsatz konnte Zalando weiter zulegen, die Erlöse stiegen um 35 Prozent auf 501 Millionen Euro. Das Umsatzwachstum blieb aber leicht hinter dem Vorquartal zurück. Zu Berichten über einen möglichen Börsengang sagte Ritter, ein Sprung aufs das Börsenparkett sei eine der Optionen für die Zukunft des Unternehmens.

Börsengang im September?

In Finanzkreisen hatte es zuvor geheissen, das Berliner Unternehmen habe die Investmentbanken Credit Suisse, Morgan Stanley und Goldman Sachs mandatiert, um einen Börsengang im September vorzubereiten. «Der Zeitplan erscheint recht ehrgeizig, das Ziel ist aber nicht unrealistisch», sagte einer der Insider.

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Normalerweise engagieren Firmen die begleitenden Banken fünf bis sechs Monate vor der geplanten Erstnotiz. Zalando gilt schon länger als Kandidat für einen Börsengang in diesem Jahr - und als eines der begehrtesten Mandate für Investmentbanken. «Wir schauen uns alle Optionen an, weil wir die richtige Entscheidung für Zalando treffen wollen, und diese Optionen können auch einen IPO beinhalten», sagte Ritter. «Unser Fokus liegt aber auf dem Aufbau des Geschäfts.»

3,8 Milliarden Euro wert

Die schwedische Beteiligungsfirma Kinnevik, die mit 36,5 Prozent grösster Zalando-Gesellschafter ist, hatte ihren Anteil zuletzt mit knapp 1,4 Milliarden Euro bewertet. Auf dieser Basis wäre der Online-Händler fast 3,8 Milliarden Euro wert. Das erst fünf Jahre alte Unternehmen steigerte 2013 den Umsatz um 52 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro, schrieb aber 120 Millionen Euro Verlust.

Das Kerngeschäft in Deutschland, Österreich und in der Schweiz sei profitabel, die Verluste nur der Expansion in weitere Märkte geschuldet, hatte Vorstand Ritter in der Vergangenheit erklärt. In den drei Kernmärkten legte der Umsatz im ersten Quartal um 27 Prozent auf 284 Millionen Euro zu, teilte Zalando am Freitag weiter mit.

Bekannt durch Werbeslogan «Schrei vor Glück»

Die 2008 von Robert Gentz und David Schneider mit Kapital der Internet-Unternehmer Marc, Oliver und Alexander Samwer gegründete Zalando war durch den Werbeslogan «Schrei vor Glück» populär geworden. Weitere Zalando-Miteigentümer sind der dänische Modeunternehmer Anders Holch Povlsen, Holtzbrinck Ventures und Tengelmann sowie der kanadische Pensionsfonds OTPP.

Zalando konkurriert unter anderem mit dem britischen Online-Händler Asos und dem Branchenprimus Amazon.

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(reuters/vst/sim)