Der kanadische Bahnproduzent Bombardier will nach Angaben aus dem Umfeld des Unternehmens im Zuge der Sanierung rund 2200 Stellen in Deutschland abbauen. Diese Zahl gelte in der Unternehmensführung als realistisch, sagte der Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Derzeit hat Bombardier-Deutschland rund 8500 Beschäftigte. Der stärkste Stellenabbau sei in den Werken Hennigsdorf bei Berlin sowie Görlitz vorgesehen.

Damit wolle sich der Aufsichtsrat am kommenden Donnerstag befassen. Die «Wirtschaftswoche» hatte zuvor berichtet, es gehe um 2700 Stellen. Auch kompletten Standorten drohe das Aus. Das dementierte Bombardier: Standortschliessungen stünden nicht zur Debatte, sagte ein Sprecher. Zum Stellenabbau wollte er sich nicht äussern. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern liefen.

Weltweit werden 7500 Stellen gestrichen

Das kanadische Mutterunternehmen war durch eine aus dem Ruder gelaufene Flugzeugentwicklung in Schwierigkeiten geraten. Vergangenes Jahr hatte Bombardier erklärt, man werde weltweit 7500 Stellen streichen. 5000 davon sollten in der Bahntechnik wegfallen, die ihren Schwerpunkt in Deutschland und den Hauptsitz in Berlin hat. In der Schweiz baut Bombardier 650 Jobs ab.

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Der Sanierungskurs hatte auch die deutsche Regierung auf den Plan gerufen. Der damalige Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte sich eingeschaltet und die Bedeutung der Industriearbeitsplätze für Deutschland betont.

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(reuters/cfr/mbü)