Die Idee, welche hinter dem neuen Reservoir-Bonus-Zertifikat steckt, ist der stärkere Schutz vor deutlichen Kursausreissern. Als im Zuge der Finanzkrise die Märkte einbrachen, erlitten gerade Anleger mit Barriere-Produkten wie Bonus-Zertifikaten oder Barrier-Reverse-Convertibles Verluste. Dabei waren Barriere-Produkte in den zurückliegenden Jahren besonders beliebt, bieten sie doch häufig eine attraktive Renditechance sowie die Möglichkeit, am Basiswert zu partizipieren.

Starke Kurseinbrüche in Krisenzeiten können jedoch dazu führen, dass das Absicherungsniveau kurzfristig unterschritten wird. Dabei gehen der Teilschutz und die Bonuschance bei herkömmlichen Bonus-Zertifkaten verloren - selbst wenn der Basiswert nur an einem Tag unter diese Grenze fällt. Hier wünschen sich Anleger Barriere-Produkte, deren Absicherungsniveau «toleranter» ist. An dieser Stelle setzen Reservoir-Bonus-Zertifikate an.

Reservoir kann sich erschöpfen

Sie funktionieren ähnlich wie ein klassisches Bonus-Zertifikat. Die Chance auf die Auszahlung des Bonusbetrags am Laufzeitende hängt jedoch nicht davon ab, ob der Basiswert zu irgendeinem Zeitpunkt bis zum Fälligkeitstag das Absicherungsniveau unterschritten hat, sondern ob das sogenannte Reservoir aufgebraucht ist. Mit jedem Tag, an dem der Basiswert unterhalb des Absicherungsniveaus notiert, wird das Reservoir kleiner. Es nimmt um den Betrag ab, um den der tägliche Schlusskurs des Basiswerts das Absicherungsniveau unterschreitet: Ein beispielhaftes Reservoir-Bonus-Zertifikat habe ein Absicherungsniveau von 69% und ein Reservoir von 100%. Notiert der Kurs des Basiswerts eines Tages bei 62% des anfänglichen Kurses, werden vom ursprünglichen Reservoir von 100% jetzt 7% abgezogen. Notiert der Basiswert noch weitere Tage während der Laufzeit unterhalb des Absicherungsniveaus, wird weiter die Differenz zwischen 69%, dem Absicherungsniveau, und dem Schlusskurs abgezogen. Sollte der Basiswert längere Zeit oder besonders deutlich unter dieser Grenze notieren, sodass sich das Reservoir erschöpft, geht der Anspruch auf Zahlung des Bonusbetrags verloren. Anleger sind einem Verlustrisiko ausgesetzt. Sie sind dann eins zu eins in den Basiswert investiert - inklusive Totalverlustrisiko, sollte dieser auf null fallen.

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Steigt der Basiswert aber wieder rechtzeitig, bleibt der Anspruch auf Zahlung des Bonusbetrags am Laufzeitende bestehen. Hier wird der Vorteil gegenüber dem klassischen Bonus-Zertifikat deutlich, das in den meisten Fällen den Bonus und den Teilschutz bereits verloren haben dürfte.

Höheres Niveau der Absicherung

Bei einem herkömmlichen Bonus-Zertifikat wird das Absicherungsniveau niedriger liegen als bei einem Reservoir-Bonus-Zertifikat mit identischer Laufzeit und gleichem Bonusniveau. Das herkömmliche Bonus-Zertifikat wird allerdings nur dann eine bessere Performance aufweisen, wenn der Basiswert unterhalb der Reservoir-Barriere handelt, das Reservoir vollständig aufbraucht und gleichzeitig nie die Barriere des herkömmlichen Bonus-Zertifikates berührt oder unterschreitet.

Angenommen, die Barriere des Reservoir-Bonus-Zertifikates liegt um 5% über derjenigen des herkömmlichen, so tritt dieser Fall nur dann ein, wenn der Basiswert mindestens 21 Handelstage unterhalb der Reservoir-Bonus-Barriere und gleichzeitig über der Barriere des herkömmlichen Bonus-Zertifikates handelt.