Der Börsengang der­ ­Immobilienplattform Crowdhouse ist vorerst vom Tisch. «Für den Börsengang ist es noch zu früh», sagt Crowdhouse-Gründer Ardian Gjeloshi. Ende 2018 hatte das Unternehmen die vertiefte Prüfung eines IPO kommuniziert. Mit zwei Banken wurde über den Verkauf von Firmenanteilen über die Börse diskutiert.

Laut den Banken sei Crowdhouse für ein ­Going-public noch etwas zu klein. Zudem bringe die Informationspflicht Unruhe in das Unternehmen. Als Start-up sei man noch im Experimentiermodus und probiere vieles aus. Erfolge und Fehlschläge seien an der Tagesordnung. Weil man an der Börse über die Projekte kommu­nizieren müsse, sei mit ­starken Kursschwankungen zu rechnen gewesen. Diese wiederum würden das Unternehmen vom Tages­geschäft ablenken.

Aufgeschoben, nicht aufgehoben

Aufgegeben hat man die Träume vom Börsenparkett aber nicht. «Der Börsengang wird wahrscheinlich in den nächsten drei bis fünf Jahren machbar sein», sagt Gjeloshi. Die nötige Grösse und Stabilität sei dann vorhanden. Mit dem Geld von der Börse soll unter anderem die Expansion nach Deutschland erfolgen.

Relevant ist die Entscheidung nicht zuletzt für Francisco Fer­nandez. Der Chef des Bankensoftwareherstellers Avaloq ist seit Jahren gross in die Immobilienexperten investiert. Zuletzt hat er sein Aktien­paket deutlich aufgestockt. Als sich die LUKB Ende 2018 nach gut zwei Jahren als Crowdhouse-Investor verabschiedete, kaufte Fernandez den Grossteil dieser Anteile auf. Die Crowdhouse-Gründer Ardian Gjeloshi und Robert Plantak halten noch die Mehrheit am Unternehmen.

Ardian Gjeloshi und Robert Plantak

Robert Plantak (l.) ist CEO des Unternehmens. 2020 plant er Transaktionen im Wert von bis zu 500 Millionen Franken. Ardian Gjeloshi hält mit Mitgründer Plantak noch die Mehrheit an Crwodhouse.

Quelle: ZVG
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Crwodhouse im Wandel

Crowdhouse wurde als Plattform für den Verkauf von Anlageimmo­bilien an eine Vielzahl von Käufern bekannt. Doch das Unternehmen hat sich gewandelt. Das intern Mit­eigentum genannte Geschäft macht laut Gjeloshi nur noch 15 Prozent der Umsätze aus. 85 Prozent entfallen inzwischen auf den Verkauf von Alleineigentum.

Derzeit werden für Mehrfamilienhäuser einzelne Käufer gesucht. Einfamilienhäuser und Wohnungen sollen folgen. Im Unterschied zu Immobilienplattformen wie ImmoScout24 sei man nicht nur Schaufenster, sondern kümmere sich wie ein Onlinestore um die gesamte Transaktion – inklusive der Beurkundung. In drei Jahren sollen die Verkäufe von Alleineigentum über 90 Prozent der Verkäufe ausmachen.

Laut Ardian Gjeloshi werden 2019 über Crowdhouse Immobilien im Wert von 350 Millionen Franken verkauft. Das entspricht einer Transaktion pro Woche. Im kommenden Jahr sollen es Transaktionen im Umfang von 450 bis 500 Millionen Franken sein.

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