Das Verbindungstechnik- und Logistikunternehmen Bossard hat im ersten Halbjahr 2016 Umsatz, Gewinn und Gewinnmarge gesteigert. Profitiert hat das als frühzyklisch geltende Unternehmen dabei vor allem von einer anziehenden Dynamik im Hauptmarkt Europa im zweiten Quartal.

Im Ausblick zeigt sich das Unternehmen zwar verhalten optimistisch und stellt eine positive Geschäftsentwicklung im zweiten Semester in Aussicht, auf die zum Halbjahr bisher übliche konkrete Guidance mit einer Umsatzbandbreite für das Gesamtjahr wird aber verzichtet.

Europa wächst dynamisch

Der Umsatz wuchs dank positiver Währungseffekte um 2,1 Prozent auf 343,6 Millionen Franken, in Lokalwährungen ergab sich ein knappes Plus 0,4 Prozent. Positiv wirkte insbesondere die anziehende Wachstumsdynamik im grössten Markt Europa im zweiten Quartal, wie Bossard bereits im Juli mitteilte. In Amerika wird nach einem Rückgang in den ersten sechs Monaten eine Verbesserung im zweiten Halbjahr erwartet.

Im mit einem Anteil von 60 Prozent grössten Markt Europa stieg der Umsatz gegenüber der Vorjahresperiode um 4,4 Prozent auf 207,7 Millionen Franken; in Lokalwährungen lag das Plus bei 2,3 Prozent. Überdurchschnittliche Zuwachsraten seien in wichtigen Märkten wie Deutschland, Frankreich und Dänemark zu verzeichnen gewesen, hiess es im Juli. Die Nachfragedynamik habe sich in Europa im zweiten Quartal gar noch erhöht, wobei das Umsatzplus auf 6,3 Prozent anzog (+3,4 Prozent in LW). Ein positiver Trend sei zudem in der Schweiz zu beobachten gewesen.

Tesla als Abnehmer

Im Markt Amerika reduzierte sich hingegen der Umsatz leicht um 0,9 Prozent auf 86,4 Millionen Franken (-4,5 Prozent in LW). Hier sei man einer «kontrastreichen Entwicklung bei zwei Grosskunden ausgesetzt» gewesen. Als wichtige US-Kunden von Bossard gelten der Landmaschinenbauer John Deere und der Elektroautobauer Tesla.

Das Geschäft mit dem Elektrofahrzeughersteller zeichne sich durch beschleunigtes Wachstum aus, wobei sich die Nachfragedynamik in den letzten Wochen noch intensiviert habe, teilt Bossard nun am Dienstag mit. Auch für die zweite Jahreshälfte sei hier mit einem anhaltenden Aufwärtstrend zu rechnen.

Anzeige

China fällt ab

In Asien wurde ein Umsatzrückgang um 1,4 Prozent auf 49,5 Millionen verbucht. In Lokalwährung resultierte jedoch ein Plus von 1,6 Prozent. Schleppend sei die Nachfrageentwicklung in China verlaufen, dem grössten Absatzmarkt in Asien. Zusätzliche Einnahmen in anderen Ländern hätten dies indes mehr als kompensieren können. Insbesondere die Entwicklung in Indien, Taiwan und Singapur wurde als erfreulich hervorgehoben.

Der Ebit wurde um 4,3 Prozent auf 39,4 Millionen Franken gesteigert. Die Ebit-Marge erhöhte sich dabei um 30 Basispunkte auf 11,5 Prozent. Im Vorjahr sei diese Marge noch einem verstärkten Margendruck ausgesetzt gewesen, nun spiegle sich die rentabilitätsorientierte Margenstrategie in diesem Wert wieder, heisst es weiter am Dienstag. Mit der erreichten Marge liegt die Rentabilität weiterhin innerhalb der mittelfristigen Zielspanne von 10 bis 13 Prozent.

Ohne Prognose für Gesamtjahr

Im Ausblick auf das Gesamtjahr 2016 macht Bossard für einmal keine konkreten Prognosen. Das Unternehmen zeigt sich indes «verhalten optimistisch» und rechnet mit einer «insgesamt positiven Geschäftsentwicklung im zweiten Semester». Die zurückhaltende Zuversicht gründe auf der seit dem zweiten Quartal anziehenden Wachstumsdynamik in Europa, aber auch die Wachstumsperspektiven des bedeutendsten US-Elektrofahrzeugherstellers würden optimistisch stimmen. Der Ausblick setze voraus, dass sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen nicht entscheidend veränderten.

In einer längerfristigen Perspektive seien verschiedene Initiativen ergriffen worden, um dem Gesamtunternehmen zusätzliche Wachstumsimpulse zu verleihen. Bossard streicht dazu etwa die im ersten Halbjahr 2016 erhaltene offizielle Luftfahrtzertifizierung in der Schweiz und in Frankreich hervor oder die Smart Factory Logistics Methodik. Das wachsende Engagement im Luft- und Raumfahrtsektor begründe sich mit dem positiven Ausblick dieser Branche, insbesondere in den USA und in Frankreich.

(awp/jfr/me)