Der Reisekonzern Thomas Cook sieht sich mit Boykott-Aufrufen in Internet-Netzwerken konfrontiert. Hintergrund ist massive Kritik an der Art, wie das britische Unternehmen mit dem Tod von zwei Kindern in deren Urlaub im Jahr 2006 umgegangen ist.

Medienberichten zufolge soll der TUI-Rivale selbst eine höhere Wiedergutmachung in dem Fall bekommen haben als die Eltern der Kinder. Das Unternehmen hat nach eigener Auskunft 1,5 Millionen Pfund (2,2 Millionen Franken) von dem Hotel-Betreiber in Griechenland erhalten, die für gemeinnützige Zwecke gestiftet werden sollen.

Kein Effekt auf das Geschäft

Nach Worten von Cook-Chef Peter Fankhauser schlägt sich die öffentliche Empörung nicht im Geschäft nieder. «Bis jetzt sehen wir keinen Effekt bei unseren Buchungen», sagte er am Mittwoch. Thomas-Cook-Aktien verloren mehr als ein Prozent an Wert, nachdem sie am Montag bereits rund drei Prozent gefallen waren.

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Für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2014/15 wies Thomas Cook einen operativen Verlust von 173 (Vorjahr: minus 187) Millionen Pfund aus. Reiseveranstalter schreiben im Winter in der Regel rote Zahlen. Ihre Gewinne fahren sie in der Hauptreisezeit im Sommer ein. Das Management bekräftigte denn auch die Prognose, im Gesamtjahr währungsbereinigt mit Wachstum zu rechnen. Die Buchungen für den Sommer seien ermutigend.

 

— Boycott Thomas Cook (@BoycottTCook) May 20, 2015

 

(reuters/ise/ama)