Der spektakuläre Milliardendeal im russischen Ölgeschäft ist nach monatelangen Verhandlung besiegelt: Der Staatskonzern Rosneft übernimmt den drittgrössten Förderer des Landes, TNK-BP, komplett. Das teilten die Unternehmen mit.

Rosneft kauft sowohl dem britischen Ölkonzern BP als auch dem Milliardärskonsortium AAR deren 50-Prozentanteile ab. Rosneft zahlt BP für dessen Hälfte 17,1 Milliarden US-Dollar in bar. BP erhält zudem 12,8 Prozent der Rosneft-Aktien.

BP baut Rosneft-Beteiligung aus

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Von den Bareinnahmen kauft sich BP weitere Anteile am russischen Staatskonzern für 4,8 Milliarden Dollar. Am Ende werden die Briten dann 19,75 Prozent an Rosneft halten und damit nach dem Staat der zweitgrösste Anteilseigner werden.

Die andere Hälfte von TNK-BP kauft Rosneft dem Milliardärskonsortium AAR für 28 Milliarden Dollar ab. Rosneft steigt damit zum grössten Ölförderer der Welt auf. Die Regierung von Wladimir Putin hatte das Geschäft unterstützt.

Partner für Arktis-Projekte

BP gewinnt mit Rosneft einen neuen Partner in Russland. Schon mehrmals hatten die Konzerne eine «strategische Partnerschaft» angekündigt, unter anderem für lukrative Projekte in der russischen Arktis.

Allerdings stellten sich BPs Partner bei TNK-BP quer. Erst 2011 hatten sie gemeinsame Projekte von BP und Rosneft im Nordpolarmeer verhindert.

Seit der Gründung von TNK-BP 2003 gab es trotz dicker Gewinne immer wieder heftige Meinungsverschiedenheiten. 2008 floh der heutige BP-Chef Bob Dudley, damals an der Spitze von TNK-BP, sogar aus Angst vor Repressalien aus Russland.

(vst/tke/awp)