Im Streit um Entschädigungszahlungen für die Ölpest im Golf von Mexiko ist ein Mammutprozess in New Orleans kurz vor dem geplanten Start verschoben worden. Das teilten der britische Energiekonzern BP als Hauptbeklagter sowie der Steuerkreis der Kläger mit. Der Prozess, in dem es um Milliardenforderungen der US-Regierung, mehrerer Bundesstaaten sowie zahlreicher Unternehmen und Privatleute gegen BP und andere Beklagte geht, hätte heute Montag beginnen sollen.

Die Kläger und BP wollen mit der Verschiebung um eine Woche auf den 5. März versuchen, in letzter Minute noch eine aussergerichtliche Einigung zu erzielen, hiess es. Es könne aber keine Garantie dafür geben, dass die Gespräche zu einer Einigung führen werden.

Nach der Explosion der Ölplattform «Deepwater Horizon» im Golf von Mexiko im April 2010 waren zwischen vier und fünf Millionen Barrel (je 159 Liter) Rohöl ins Meer gelaufen und hatten enorme Umweltschäden verursacht. Mehr als 1000 Kilometer Küste wurden verschmutzt und Fischfanggebiete wochenlang grossräumig gesperrt. Es war die grösste Ölpest in der Geschichte der USA. Elf Menschen starben.

BP geht von Kosten in Höhe von bis zu 40 Milliarden Dollar für die Aufarbeitung des Schadens auf. 7,5 Milliarden Dollar sind bereits ausgezahlt. BP will für einen Teil der Kosten Partnerfirmen verantwortlich machen.

Nach der US-Gesetzgebung zur Wasserreinhaltung drohen BP und den anderen Beklagten saftige Entschädigungszahlungen. Die staatlichen Stellen können pro ausgelaufenem Barrel Öl 1100 US-Dollar verlangen. Sollte das Gericht feststellen, dass grob fahrlässig gehandelt wurde, könnte sogar eine Zahlung von bis zu 4300 US-Dolllar pro Barrel fällig werden. Analysten sehen in einem Prozess eine enormes finanzielles Risiko für BP.

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(chb/laf/awp)