Der britische Ölkonzern BP hat angesichts niedriger Öl- und Gaspreise sowie Entschädigungszahlungen für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko einen Gewinneinbruch erlitten. Unter dem Strich schmolz der auf die Anteilseigner entfallende Überschuss um über 96 Prozent auf 46 Millionen Dollar zusammen, wie BP mitteilte.

Da die Belastungen im Vorquartal deutlich höher waren, steht für die ersten neun Monate ein Verlust von 3,2 Milliarden Dollar in der Bilanz. Im Sommer hatten die US-Behörden BP zu Entschädigungszahlungen von 18,7 Milliarden Dollar verdonnert, zahlbar über einen Zeitraum von 18 Jahren.

Dividende von 10 Cent je Papier

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten sank im dritten Quartal um rund 40 Prozent auf 1,8 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz ging um eine ähnliche Grössenordnung auf 55,9 Milliarden Dollar zurück. Die Aktionäre sollen für das dritte Quartal eine Dividende von 10 Cent je Aktie erhalten.

Bereits zum dritten Mal senkt der Öl-Riese in diesem Jahr seine Investitionspläne für 2015. Geplant seien nun noch 19 Milliarden Dollar, teilte BP mit. Zuletzt waren noch knapp 20 Milliarden Dollar angepeilt worden. Bis 2017 wird dann nur noch mit 17 bis 19 Milliarden Dollar pro Jahr kalkuliert.

BP-Chef Bob Dudley sagte, die Priorität des Unternehmens sei es, in dem schwierigen Marktumfeld die Dividende für die Aktionäre zu sichern.

Verkauf von Sparten

Dafür will BP auch weitere Geschäftszweige abstossen. Seit der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko 2010 summieren sich die Verkäufe auf nahezu 50 Milliarden Dollar. Nächstes Jahr wird mit weiteren drei bis fünf Milliarden Dollar gerechnet.

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Auch die Konkurrenz hat zuletzt mit Stellenstreichungen und Investitionskürzungen auf den massiven Preisverfall reagiert. Nach BP-Angaben betrug der Preis der Öl-Marke Brent im abgelaufenen Quartal durchschnittlich 50 Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 102 Dollar.

(awp/dbe/hon)