Der britische Ölkonzern hat die US-Behörden wegen des Ausschlusses von der Auftragsvergabe aufgrund der folgenschweren Explosion der Ölplattform «Deepwater Horizon» verklagt. Dies geht aus Unterlagen eines Bundesgerichts im Bundesstaat Texas vom Dienstag hervor.

Demnach wendet sich BP dagegen, dass die US-Umweltbehörde EPA das Unternehmen im November 2012 sowie im Januar und Februar 2013 von der Beteiligung an jeglichen Ausschreibungen der US-Bundesbehörden ausschloss. «BP hat eine lange Geschäftsbeziehung mit der amerikanischen Bundesregierung», hob das Unternehmen den Unterlagen zufolge hervor.

BP sei einer der grössten privaten Arbeitgeber und Investoren in den USA sowie der wichtigste Förderer von Öl und Gas aus der Tiefsee des Golfs von Mexiko. Ungeachtet des Unglücks auf der «Deepwater Horizon», das im April 2010 die schlimmste Ölpest in der Geschichte der USA ausgelöst hatte, habe die US-Regierung BP weiter als einen ihrer grössten Treibstofflieferanten genutzt.

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Strafzahlung von über 4 Milliarden

Vom Gericht fordert der Konzern, seinen Ausschluss von der Auftragsvergabe durch die EPA als «übertrieben, willkürlich und launenhaft» und damit als «null und nichtig» zu erklären. Ausserdem verlangt BP von der US-Regierung eine «gerechte» Entschädigung sowie die Übernahme seiner Anwaltskosten.

Ende November hatte BP in einer Vereinbarung mit der US-Justiz wegen der Ölpest im Golf von Mexiko Strafzahlungen von 4,5 Milliarden Dollar zugesagt. BP bekannte sich unter anderem wegen Verstössen gegen Umweltschutzgesetze schuldig - im Gegenzug stellte die US-Justiz das Strafverfahren ein.

(chb/tke/sda)