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Lebensmittel
Brabeck: In Indien 29'000 Tonnen Nudeln verbrannt

Peter Brabeck: Indien im Fokus. Keystone

Der Präsident von Nahrungsmittelmulti Nestlé äussert sich im Interview mit der «Handelszeitung» erstmals zum «Nudel-Skandal» in Indien. Eine grosse Zukunft des Konzerns sieht er im Gesundheitsbereich.

Von Stefan Barmettler
am 12.08.2015

Auf den Lebensmittelhersteller Nestlé kommen wegen der «Nudel-Affäre» in Indien offenbar Schadenersatzansprüche zu. Die indische Regierung kündigte an, 6400 Millionen Rupien oder umgerechnet knapp 100 Millionen Franken einfordern zu wollen, heisst es in diversen Presseberichten.

Erstmals äussert sich nun Nestlé-Präsident Peter Brabeck zum Nudelstreit mit der indischen Regierung. Die Behörden werfen dem Nahrungsmittelkonzern vor, kontaminierte Ware verkauft zu haben. Im «Handelszeitung»-Interview sagt Brabeck: «Wir wurden von den indischen Behörden gezwungen, unsere Produkte zu verbrennen. Wir reden hier von 29'000 Tonnen qualitativ einwandfreien Lebensmitteln.»

«Nicht harmlos, nicht zu unterschätzen»

Nestlé habe sich nichts vorzuwerfen: «In Labors in den USA, in Grossbritannien, in Australien und in Singapur wurde nichts Schädliches in den Nudeln gefunden. Mit anderen Worten, unsere Produkte sind sicher für die Konsumenten.» Trotzdem sei der Fall in Indien «nicht harmlos und nicht zu unterschätzen».

Brabeck setzt grosse Hoffnungen auf den Gesundheitsmarkt. Nestlé Health Science und Nestlé Skin Health stehen dabei im Zentrum. «Beide kommen je auf 2 bis 2,5 Milliarden Franken Umsatz und sind schon kleine multinationale Firmen.» Und weiter meint er: «Ich bin überzeugt, dass Nestlé Skin Health eine zweistellige Wachstumsrate haben sollte. Nestlé Health Science werden wir bei einer höheren einstelligen Ziffer liegen.» Er hätte in der Vergangenheit in diesem Bereich gerne eine Kooperation mit Roche aufgegleist. Brabeck: «Ich habe in der Vergangenheit Kooperationsmöglichkeiten zwischen Nestlé und Roche gesehen und mit dem Management besprochen.» Diese seien aber von Pharmaseite nicht so positiv eingeschätzt worden.

2017 geht Ära Brabeck zu Ende

Zu seinem Rücktrittsdatum sagt der Nestlé-Präsident: «Wir haben bei Nestlé die Regel aufgestellt, spätestens mit 72 Jahren habe ein Verwaltungsrat in Pension zu gehen. Daran halte ich mich. Bei mir läuft die Zeit bei Nestlé 2017 definitiv ab.» Er werde nicht nur beim Nestlé-Konzern ausscheiden, sondern auch bei den Tochterfirmen, bei Nestlé Skin Health und Nestlé Health Science. Und weiter: «Auch meine Mandate bei L’Oréal und bei Exxon gebe ich auf.»

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