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Branchenkrise: Swiss-Gewinn halbiert

Der starke Franken, hohe Treibstoffpreise, die Eurokrise - die Schweizer Fluggesellschaft Swiss hatte es in diesem Jahr bisher nicht einfach. Das wirkt sich auch auf die Bilanz aus.

Veröffentlicht am 02.08.2012

«Die Branchenkrise trifft auch uns - und eine Trendwende ist kurzfristig nicht absehbar», sagt Swiss-Chef Harry Hohmeister in einer Medienmitteilung der Fluggesellschaft. Das zweite Quartal dieses Jahres hat sich deutlich unter den eigenen Erwartungen der Swiss entwickelt.

Der Gewinn der Airline betrug 65 Millionen Franken - das sind 42 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Im ersten Halbjahr fiel der Einbruch noch stärker aus. Gegenüber den ersten sechs Monaten 2011 hat sich der Gewinn mehr als halbiert. Um 53 Prozent ging er auf 61 Millionen Franken zurück.

Sinkende Durchschnittserlöse

Dies alles bei einer eigentlich gesteigerten Auslastung. Doch das Problem seien die sinkenden Durchschnittserlöse, heisst es in dem Communiqué. Die niedrigen Ticketpreise machen es schwierig, das Europageschäft auf eine profitable Basis zu stellen.

Um das Ergebnis 2012 zu stützen, habe die Swiss Anfang dieses Jahres bereits verschiedene Massnahmen getroffen: So beschloss die Fluglinie unter anderem einen vorläufigen Einstellungsstopp in der Administration. Auch die Preise im Interkontinental- wie auch im Europaverkehr erhöhte die Swiss.

«Wir werden in den anstehenden Quartalen weitere strukturelle Anpassungen vornehmen. Geprüft werden unter anderem Prozesse an Bord und am Boden, Flugzeugeinsätze und Optimierungen beim Streckennetz», wird Swiss-Finanzchef Marcel Klaus in der Mitteilung zitiert.

Mutterkonzern in den roten Zahlen

Der Mutterkonzern Lufthansa hat im zweiten Quartal dank Sparmassnahmen und guten Geschäften der Servicegesellschaften ihren operativen Gewinn erhöht. Deutschlands grösste Airline erwirtschaftete im Zeitraum April bis Juni einen operativen Gewinn von 361 Millionen Euro.

Das sind 27,6 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem operativen Ergebnis von 261 Millionen Euro gerechnet. Der Konzern setzte 7,89 Milliarden Euro um und damit 6,4 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der Konzerngewinn schrumpfte allerdings um 23,9 Prozent auf 229 Millionen Euro.

Insgesamt blieb die Lufthansa trotz des Aufwärtstrends im gesamten ersten Halbjahr deutlich in den roten Zahlen. Obwohl der Umsatz von 13,7 Milliarden auf 14,5 Milliarden Euro stieg, stand unter dem Strich ein Konzernverlust von 168 Millionen Euro. Das ist aber deutlich weniger als vor einem Jahr, als die Lufthansa in den ersten sechs Monaten einen Verlust von 206 Millionen Euro einflog.

AUA überrascht mit Gewinn

Einen wichtigen Restrukturierungserfolg und damit einen Schritt zu mehr Wettbewerbsfähigkeit habe das Sorgenkind Austrian Airlines (AUA) erzielt, teilte die Lufthansa mit. Die AUA hatte vor kurzem den Flugbetrieb auf die Tochtergesellschaft Tyrolean Airways übertragen.

In diesem Zusammenhang entstanden einmalige Gewinne, die der AUA im ersten Halbjahr überraschend einen operativen Gewinn von 26 Millionen Euro einbrachten nach einem operativen Verlust von 64 Millionen Euro vor einem Jahr. Ohne diesen Effekt hätte die österreichische Tochter allerdings immer noch einen operativen Verlust von 55 Millionen Euro erlitten.

Insgesamt strebt der Lufthansa-Konzern im Gesamtjahr 2012 weiterhin einen operativen Gewinn im mittleren dreistelligen Millionen-Bereich an. Etwaige Restrukturierungskosten im Zusammenhang mit dem laufenden grossen Sparprogramm sind darin jedoch noch nicht enthalten. Sie dürften im laufenden Jahr zwischen 100 Millionen und 200 Millionen Euro verschlingen, hiess es weiter.

Die Lufthansa hatte im Mai angekündigt, weltweit in den kommenden Jahren 3500 von rund 120'000 Stellen streichen zu wollen. Was dies für den Personalbestand der Swiss konkret bedeutet, ist noch unklar.

Klicken Sie sich oben durch unsere Bildergalerie «Die Swiss und Ihre Schwestern»

(laf/vst)

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