Der Brand in einem unbesetzten Boeing -Dreamliner der Ethiopian Airlines auf dem Flughafen London-Heathrow ist vermutlich von einem defekten Notfallsender ausgelöst worden. Das gab die britische Ermittlungsstelle für Luftfahrtunfälle, AAIB, in London bekannt.

Möglicherweise sei es zu einem Kurzschluss bei der Stromzufuhr des Senders aus Lithium-Batterien gekommen oder die Batterien selbst hätten einen plötzlichen Energieschub verursacht. Die Notfallsender des betroffenen US-Herstellers Honeywell sollen nun von Luftfahrtbehörden in sämtlichen Flugzeugtypen überprüft werden, erklärte die AAIB.

Bei der 787-Dreamliner-Flotte des Airbus-Rivalen Boeing ging die Behörde noch einen Schritt weiter: Hier müsse die US-Flugaufsicht dafür sorgen, dass Boeing in sämtlichen Maschinen die Sender abschalte. Die Ursache des Feuers sei zwar weiter unklar. Das Feuer sei aber im hinteren Flugzeugrumpf ausgebrochen, wo kein anderes Gerät als Brandherd infrage komme.

Kein Startverbot erwartet

Die 787er-Flotte dürfte trotz der von den Briten angeregten Vorsichtsmassnahmen kein neues Startverbot bekommen, verlautete aus Kreisen der europäischen Aufsichtsbehörden. Die Maschine könne auch mit abgeschaltetem ELT fliegen. Der «Emergency Locator Transmitter» (ELT), eine sogenannte Notfunkbake, soll in Notfällen zur Ortung des Flugzeugs dienen.

Nachdem die AAIB nun das Honeywell-Gerät ins Visier nahm, zeigte sich Boeing gelassen: Den Peilsender abzuschalten dauere nur rund eine Stunde, sagte ein Konzernsprecher. Die US-Behörden schrieben Notfunkbaken nicht vor, die Aufsicht in einigen anderen Ländern verlangten diese aber für ihre Fluggesellschaften für Flüge in dem dortigen Luftraum.

Von der US-Flugaufsicht war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen. Boeing-Aktien legten derweil 2,9 Prozent und damit deutlich über dem Markttrend zu. Die parkende Maschine der Ethiopian Airlines hatte am vergangenen Freitag auf dem Londoner Flughafen Heathrow Feuer gefangen.

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(tno/reuters/awp)