600'000 ausländische Touristen erwartet die brasilianische Regierung zur bevorstehenden Fussball-WM im Land. Einer der Hauptsponsoren des Grossanlasses: McDonald's. Mit speziellen Sandwiches erweist man teilnehmenden Nationen wie Italien oder Frankreich die Ehre – und auf Nachfrage erhalten WM-Besucher in den 816 McDonald's-Filialen des Landes auch brasilianische Varianten.

Grund dafür ist der Protest von Mitarbeitenden, die sich dagegen wehrten, sich während der Arbeit ausschliesslich von Hamburgen oder Pommes Frites ernähren zu müssen. Laut Bericht von «Bloomberg News» verlangten sie die Ergänzung der typischen McDonald's-Klassiker mit Reis und Bohnen. «Die Mahlzeiten können so den Hunger besser stillen», wird die 19-jährige Kassiererin Tamires Honorato zitiert.

Spezielle Menükarten erhältlich

Offensiv stellen die Amerikaner die Kreationen aber nicht zur Schau: Auf den bekannten Menü-Bildschirmen hinter den Kassen fehlen sie – wer aber nach «Pratos executivos» oder «Businemann's specials» fragt, erhält Brasilianisches. Gemäss Bericht liess McDonald's sogar eigens Spezial-Menükarten drucken, die allerdings nur auf Nachfrage erhältlich sind.

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Die Fast-Food-Problematik gerät in Brasilien nicht zum ersten Mal in die Schlagzeilen: Die Gewerkschaft protestiere im Namen der rund 30'000 McDonald's-Mitarbeitenden gegen den brasilianischen McDonald's-Franchisenehmer Arcos Dorados – und gewann 2012 diese Auseinandersetzung nach sechs Jahren. Um weiterhin von Steuererleichterungen profitieren zu können, wurden die Argentinier, weltweit grösste Betreibergesellschaft von McDonald's-Filialen, dazu verpflichtet, den Mitarbeitenden kostenlos auch traditionelle Mahlzeiten anzubieten.

Und 2010 verurteilte ein brasilianisches Gericht Arcos Dorados zur Zahlung von 14'000 Dollar an einen früheren Mitarbeiter, weil dieser innert eines Jahrzehnts durch den Fastfood-Konsum in der eigenen Filiale rund 66 Pfund zugenommen hatte.

(vst)