Nach dem Börsengang entspreche dies vor Ausübung der Mehrzuteilungsoption einer Marktkapitalisierung von 600 bis 750 Millionen Franken, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. Bereits am Dienstagmorgen hatte Bravofly über den Börsengang an einer Medienkonferenz informiert, allerdings vorerst auf die Bekanntgabe von Details verzichtet.

Insgesamt bringt das Unternehmen 5,77 Millionen Namenaktien aufs Parkett. Bei den angebotenen Aktien handelt es sich um 2'625'000 neu ausgegebene Titel sowie 3'145'000 bestehende Aktien, welche die bisherigen Aktionäre, etwa der Gründer, bestimmte Investoren sowie andere Management-Aktionäre anbieten. Sollte das Angebot überzeichnet werden, hat Bravofly den beteiligten Banken eine Mehrzuteilungsoption im Umfang von 10 Prozent des Basisangebots gewährt.

Die neu ausgegebenen Aktien machen zwischen 35,9 und 40,8 Prozent des gesamten Aktienkapitals des Unternehmens aus, heisst es in der Mitteilung weiter. Aktionäre verpflichten sich für 180 Tage keine Aktien zu verkaufen. Für den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung gilt ein sogenannter Lock-up für 360 Tage ab dem ersten Handelstag.

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Dieser soll am 16. April stattfinden, kündigte das Unternehmen mit den beiden Hauptsitzen in Chiasso und Madrid an. Die Angebotsfrist beginnt am 2. April und endet voraussichtlich am 15. April.

Geld für Expansion

Das Geld, das Bravofly mit dem Börsengang einsammelt, solle auch für neue Produkte und die Expansion verwendet werden, sagte Bravofly-Rumbo-Chef Francesco Signoretti am Dienstagmorgen vor den Medien in Zürich. Neben Skandinavien, Deutschland, Grossbritannien seien auch Russland oder Länder in Asien und Ozeanien interessant. Bisher macht Bravofly Rumbo sein Geld vor allem in Italien, Spanien und Frankreich.

Man wolle schneller wachsen als der gesamte europäische Onlinereisemarkt, sagte Finanzchef Gaspar Santonja. Dieser dürfte jährlich um 11,4 Prozent zulegen und bis 2015 ein Volumen von 52 MilliardenEuro erreichen.

Damit wächst das Onlinegeschäft massiv schneller als der gesamte Reisemarkt, der laut Schätzungen jährlich lediglich um rund 4 Prozent zulegen und 2015 eine Grösse von 270 MilliardenEuro erreichen wird.

Wachstumssprung

Im vergangenen Jahr schoss der Umsatz des 2004 in Italien gegründeten Unternehmens um fast zwei Drittel auf 123,2 Millionen Euro in die Höhe. Der steile Anstieg ist der Übernahme der spanischen Rumbo-Gruppe zu verdanken. Aus eigener Kraft wäre Bravofly um 23 Prozent gewachsen.

Der bereinigte Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) legte gar um 69 Prozent auf 22,8 Millionen Euro zu. Ohne die Übernahme in Spanien wäre der EBITDA um 26 Prozent geklettert. Der Reingewinn stieg sogar um 81 Prozent auf 12,3 Millionen Euro.

Und weiteres Wachstum ist bereits in Sicht. Ende Dezember kaufte das Unternehmen die Firma Jetcost. Diese hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 11,7 Millionen Euro und einen EBITDA von 6,5 Millionen Euro erzielt.

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Gutes Börsenklima

Neben dem Verkauf von Reisen macht Bravofly Rumbo auch Geld mit dem Verkauf von Werbung auf den eigenen Homepages. Nun liebäugelt das Unternehmen mit Akquisitionen in den Bereichen Hotel- und Autovermittlung. Man wolle neben den Flugreisen, wo man stark sei, künftig vermehrt auch Bündelangebote anbieten, sagte Signoretti.

Bravofly Rumbo hat derzeit über 500 Angestellte mit zwei Hauptsitzen in Chiasso und Madrid. Das Unternehmen betreibt seine Internet-Seiten unter den Marken Bravofly, Rumbo, Volagratis, Jetcost, Cocierissime, Viaggiare und Viajar.

(sda/tke)