Die Luxusuhrenmarke Breitling - im letzten Jahr an einen Finanzinvestor verkauft - will nun in Asien zulegen und den Vertrieb stärker unter die eigenen Fittiche nehmen. Darüber hinaus wurde die Anzahl der Modelle reduziert.

Breitling, bekannt als Aviatik-Chronographenmarke, hat in den Augen des neuen Chefs Georges Kern, eine Schwäche: in Asien ist die Luxusuhrenmarkte zu schwach aufgestellt. «Das mag teils daran liegen, dass unsere Produkte ergonomisch zu gross für diese Region sind», sagte Kern am Montag im Interview mit der Westschweizer Tageszeitung «L'Agefi». Dennoch will Kern nun in Hongkong und China investieren. Zahlen nennt er dazu nicht.

Parallel dazu will die Uhrenmarke ihren Vertrieb integrieren. Bei der Übernahme sei über die Hälfte des internationalen Absatzes in Händen von unabhängigen Verkäufern gewesen, so Kern. «Wenn wir unsere Verkäufe nicht selbst kontrollieren, können wir uns nicht entwickeln, die Parallelverkäufe nicht beherrschen und nicht die Qualität garantieren, die von unseren Verkaufsstellen erwartet wird.»

Weniger Verkaufsstellen in Europa

Das Unternehmen aus dem solothurnischen Grenchen werde in den nächsten beiden Jahren besonders in den USA und in Europa die Anzahl der Verkaufsstellen von 2000 auf 1500 reduzieren, sagte Kern in einem weiteren Interview mit dem Fachmagazin «Watch Around». Darüber hinaus hat Breitling bereits sein Angebot reduziert: Die Anzahl der angebotenen Modelle wurde von 600 auf 100 reduziert. «Zu viel Auswahl kann die Kunden überfordern», sagte Kern.

Im April 2017 hatte der Finanzinvestor CVC Breitling - als eines der letzten unabhängigen Unternehmen in der Branche - zu 80 Prozent übernommen. Der Umsatz der Uhrenmarke wurde damals auf über 400 Millionen Franken geschätzt. CVC wurde in der Schweiz als einstiger Besitzer des Telekomanbieters Sunrise bekannt. Für Breitling arbeiten derzeit insgesamt 800 Mitarbeitende, 400 davon in der Schweiz. «Doch diese Zahl wird ab kommendem Jahr wachsen, vor allem durch die Integration des Verkaufs», verspricht Kern.

(sda/mbü)

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