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Brisanter Streit vor dem Bundesliga-Auftakt

Deutscher Supercup: Borussia Dortmund besiegte den Triple-Gewinner Bayern München. (Bild: Keystone)

Eine neue App soll kurz nach Spielschluss Spielszenen zeigen – die rechtliche Situation ist unklar. Für die Deutsche Fussball Liga heikel: Anbieter ist ausgerechnet deren grösster Geldgeber Sky.

Veröffentlicht am 04.08.2013

Ausgerechnet der grösste Geldgeber der Fussball-Bundesliga sorgt für Unruhe. Wenige Tage vor dem Saisonstart droht ein Streit mit dem Pay-TV-Sender Sky, der dringend geklärt werden muss. Hintergrund ist eine App, die schon kurz nach Spielschluss bewegte Bilder zeigen soll. Die nur acht Tage vor dem ersten Anstoss angekündigte Neuerung von Sky irritiert zumindest die Deutsche Fussball Liga (DFL).

Unter grossem Zeitdruck müssen in Krisengesprächen nun die Grenzen der teuren Verträge geklärt werden. Am Sonntag wollte sich niemand offiziell äussern. Angesichts der Bedeutung der beteiligten Parteien bedarf es nun eines Kompromisses, der alle das Gesicht wahren lässt.

Exklusivität bedroht

Mit Sky legt sich die DFL nicht gerne an. Schliesslich zahlt der Pay-TV-Sender in den kommenden vier Spielzeiten durchschnittlich 485,7 Millionen Euro pro Saison. Doch die neue App für weniger als fünf Euro könnte die Exklusivität der Axel Springer AG, die erstmals audiovisuelle Rechte von der Liga erworben hat, bedrohen.

Das Problem ist, dass Sky Rechte nutzen möchte, die der Pay-TV-Sender möglicherweise in dieser Form nicht hat. «Das Angebot einer separat buchbaren App, die möglicherweise unmittelbar nach Abpfiff alle Tore des aktuellen Spieltags beinhaltet, wirft (…) einige Fragen auf», heisst es in einer Mitteilung der Liga vom Freitagabend: «Die DFL wird in dieser Angelegenheit kurzfristig im Dialog mit den Beteiligten eine Klärung herbeiführen.»

Trotz dieser vorsichtigen Formulierung dokumentiert der Inhalt die Brisanz des Themas. Bereits einen Tag zuvor hatte sich die DFL zu einer Pressemitteilung genötigt gesehen, in der es hiess: «Es gibt keine vertragliche Grundlage, auf deren Basis Sky vor oder nach Axel Springer ein identisches Produkt (…) anbieten könnte.»

Schneller und billiger

Tatsächlich ist das neue App-Angebot von Sky zwar ein anderes und längst nicht so umfangreiches wie Springers «Bild plus». Allerdings ist es rund eine Stunde schneller verfügbar und billiger. Im Kampf um neue Zielgruppen könnte das neuartige Internet-Angebot damit eine Konkurrenz für die Axel Springer AG sein, die bei ihrer Digitalstrategie ganz besonders auf die Bundesliga setzt.

«Im Sky Sport News HD Livestream sind bereits unmittelbar nach Abpfiff alle Tore des aktuellen Bundesliga-Spieltags zu sehen», sagte Roman Steuer, der Leiter des Nachrichtenkanals, in einer Sky-Mitteilung. Die App dafür kostet 4,99 Euro im Monat. Sie ist zunächst nur für Apple-Geräte verfügbar, soll jedoch bald für andere Anbieter ausgeweitet werden.

Erst eine Stunde später sind die Bundesliga-Bilder bei Springers Internetangebot «Bild plus» zu sehen und kosten monatlich insgesamt 7,98 Euro, bestehend aus einem Account für «Bild plus» für 4,99 Euro sowie 2,99 Euro für das kräftig beworbene Fussball-Angebot. Dafür kann der Kunde sich sein Programm aus mehreren Zusammenfassungen selbst zusammenstellen.

(vst/awp)

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