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Statistik
Britische Banken streichen 189'000 Arbeitsplätze

Canary Wharf in London: In etlichen Büros des Finanzdistrikts war Lichterlöschen angesagt. (Bild: Bloomberg)

Die vier grössten britischen Banken werden bis Ende 2013 ihren Personalbestand auf ein Neun-Jahres-Tief gekürzt haben. Und ein Ende der Stellenstreichungen ist nicht in Sicht.

Veröffentlicht am 28.05.2013

Die vier grössten britischen Banken – Royal Bank of Scotland (RBS), HSBC, Lloyds und Barclays – stehen unter Druck: Mit 108 Milliarden Pfund haben sie 13 Prozent weniger eingenommen als im Jahr 2008. Entsprechend wurde die Notbremse gezogen: Laut Berechnungen des Finanznachrichtendienstes «Bloomberg» werden die Finanzhäuser Ende 2013 noch 606'000 Mitarbeitende beschäftigen – das sind 24 Prozent weniger als in jenem Jahr 2008.

Zudem haben ist der Personalbestand auf einem Niveau angekommen, das seit neun Jahren nie mehr so tief war: 2004 hatten die vier Banken 594'000 Mitarbeitende beschäftigt.

Vor allem im harzenden Geschäfts des Investmentbankings ist der Druck auf die Fixkosten hoch. «Die Zeit der grossen Massenentlassungen ist wohl vorbei», wird Simon Maughan, Analyst bei Olivetree Securities, zitiert. Aber die Mitarbeiterzahl könnte sehr wohl weiter reduziert werden.

Denn auf die Lohnkosten in der Erfolgsrechnung habe diese Strategie bisher noch nicht wirklich niedergeschlagen: Nur gerade um ein Prozent fiel zwischen 2008 und 2012 die Summe aus Gehältern, Boni und Pensionszahlungen – auf immer noch stolze 37 Milliarden Pfund.

Die Rangliste der Job-Vernichter führt RBS an: Rund 78'000 Arbeitsplätze werden dort laut Bericht seit der staatlichen Rettungsaktion im Jahr 2008 bis Ende 2013 verschwunden sein. Bei Barclays etwa werden alleine im laufenden Jahr 3700 Arbeitsplätze verschwinden – jährliche Kostenersparnis: 1,7 Milliarden Pfund. Seit 2008 wurden dort 20'800 Stellen gestrichen.

(vst/rcv)

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