Nach einem milliardenschweren Verlust im vergangenen Jahr verwehrt die von Skandalen erschütterte Co-op Bank aus Grossbritannien ehemaligen Chefs ausstehende Sondervergütungen. Der Bonus-Zahlung von fünf Millionen Pfund (gut 7,4 Millionen Franken) werde nicht nachgekommen, erklärte die Banktochter des Mischkonzerns Co-operative Group am Freitag. Das genossenschaftliche Institut entschuldigte sich dafür, dass Verfehlungen der Vergangenheit die Zukunft der Bank ernsthaft gefährdet hätten. Im vergangenen Jahr fuhr sie einen Verlust von 1,3 Milliarden Pfund (etwa 1,9 Milliarden Franken) ein.

Trotz der Turbulenzen stieg die Zahl der Kunden, die bei der Genossenschaftsbank ihr Hauptkonto führen, im vergangenen Jahr leicht. Grossbritanniens achtgrösstes Geldhaus mit rund 4,7 Millionen Kunden sieht sich wegen seiner Finanzprobleme zu einer Kapitalerhöhung gezwungen. Am Freitag zeigte sich die Bank zuversichtlich, wie geplant 400 Millionen Pfund einsammeln zu können. Die Bank-Mutter Co-operative Group, die rund 30 Prozent hält, hatte eine Beteiligung an dem Kapitalschritt offengelassen.

Wegen Drogenskandal in den Schlagzeilen

Die Bank stand nicht nur wegen finanzieller Engpässe wiederholt in den Schlagzeilen, sondern auch wegen eines Drogenskandals. Ihr Ex-Verwaltungsratschef Paul Flowers war 2013 festgenommen worden, nachdem er Medien zufolge dabei gefilmt worden war, wie er den Kauf von Drogen arrangierte. 

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(reuters/me)