Die britische Finanzaufsicht FCA hat zum ersten Mal einen Händler wegen Manipulationen im Markt für britische Staatsanleihen verurteilt und mit einem Berufsverbot belegt. Die Financial Conduct Authority (FCA) warf dem früheren Händler Mark Stevenson der Grossbank Credit Suisse (CS) vor, er habe am 10. Oktober 2011 eine Anleihen-Position im Volumen von 1,2 Milliarden Pfund aufgebaut. Seine Absicht sei es gewesen, sich das Anleihen-Kaufprogramm der britischen Notenbank zunutze zu machen und die Papiere am nächsten Tag zu einem überhöhten Preis an die Bank von England zu verkaufen, teilte die FCA am Donnerstag mit.

Der Händler habe versucht, rücksichtslos und um des Gewinns willen ein Programm zu missbrauchen, das der Stützung der britischen Wirtschaft gedient habe, erklärte ein FCA-Sprecher. Ausführen konnte der Banker sein Vorhaben jedoch nicht. Die Notenbank habe rasch davon erfahren und die fragliche Anleihe aus ihrem Rückkaufprogramm genommen. Neben dem Berufsverbot erhielt der Händler eine Geldstrafe von 1,1 Millionen Dollar.

Geldstrafe um ein Drittel reduziert

Der Mann machte geltend, er habe seine Position offen und transparent aufgebaut. Nach Einschätzung der FCA handelte er auf eigene Faust, weder die Bank selbst noch andere Händler innerhalb oder ausserhalb von Credit Suisse seien involviert gewesen. Als langjähriger Händler habe er weitgehend eigenständig agieren können. Er arbeitete mit den Aufsichtsbehörden zusammen und konnte so seine Geldstrafe um ein Drittel reduzieren.

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(reuters/me/sim/chb)