Die EU-Wettbewerbshüter haben der geplanten milliardenschweren Übernahme des spanischen Autobahnbetreibers Abertis durch den Baukonzern Hochtief ohne Einschränkungen zugestimmt.

Das neu aufgestellte Unternehmen wäre auf den betroffenen Märkten weiter einem wirksamen Wettbewerb ausgesetzt, teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Der Markt für Konzessionen für mautpflichtige Autobahnen sei zudem ein stark regulierter Ausschreibungsmarkt. Der Wettbewerb würde durch die Fusion nicht beeinträchtigt.

Angebot von 17 Milliarden Euro

Hochtief war vor etwa drei Monaten mit einem Angebot über mehr als 17 Milliarden Euro in das Bieterrennen um Abertis eingestiegen. Mit seiner Offerte hatte der deutsche Konzern ein Angebot der Investmentgesellschaft der italienischen Benetton-Familie, Atlantia, von über 16,3 Milliarden Euro übertrumpft. Die Italiener hatten aber bereits angedeutet, dass sie nachlegen wollen.

Im Oktober hatte Brüssel bereits der angepeilten Atlantia-Abertis-Übernahme zugestimmt. Die EU-Wettbewerbshüter nahmen unter anderem den Markt für Konzessionen für mautpflichtige Autobahnen und für den Strassenbau unter die Lupe.

Die EU-Wettbewerbshüter sind bei Firmenzusammenschlüssen in Europa zuständig, wenn der weltweite Umsatz aller Beteiligten zusammen mindestens fünf Milliarden Euro beträgt und zumindest zwei der beteiligten Firmen in der EU einen Umsatz von jeweils 250 Millionen Euro aufweisen. Ihre Aufgabe ist es, Wettbewerbsverzerrungen und daraus folgende Nachteile für Verbraucher in Europa zu verhindern.

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(sda/tdr)