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Brüssel nimmt Ikea-Steuerdeals ins Visier

Ikea-Kamprad-Moebel
Ikea: Besitzer ist die aus Steuergründen in der Schweiz wohnhafte Familie Kamprad.Quelle: Keystone

Die EU-Kommission nimmt das schwedische Möbelhaus Ikea wegen eines Steuerdeals mit den Niederlanden unter die Lupe.

Veröffentlicht am 18.12.2017

Nach einer Reihe von US-Konzernen nimmt die EU-Kommission auch das schwedische Möbelhaus Ikea wegen möglicherweise unzulässiger Praktiken zur Steuervermeidung in den Niederlanden ins Visier. Eine eingehende Prüfung wegen fragwürdiger Steuerregelungen werde eingeleitet, teilte die EU-Kommission am Montag mit.

«Alle Unternehmen, ob nun gross oder klein, multinational oder nicht, sollten ihren gerechten Steueranteil zahlen», sagte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. «Es geht nicht, dass Mitgliedstaaten es bestimmten Unternehmen gestatten, weniger Steuern zu zahlen, indem sie ihre Gewinne künstlich woanders hin verlagern dürfen. Wir werden die steuerliche Behandlung von Inter Ikea in den Niederlanden nun sorgfältig prüfen.»

Wettbewerber benachteiligt

Der Brüsseler Behörde zufolge ist das Geschäft von Ikea als Franchisemodell organisiert. Das bedeutet, dass die nun im Fokus stehende Inter Ikea Gruppe nicht Eigentümerin der einzelnen Ikea-Geschäfte ist. Stattdessen zahlen alle Ikea-Shops weltweit eine Franchisegebühr in Höhe von drei Prozent des Umsatzes an eine in den Niederlanden ansässige Tochterfirma mit dem Namen Inter Ikea Systems.

Die Wettbewerbshüter haben nun Bedenken, dass diese Firma in den Niederlanden von unzulässigen Steuervorteilen profitiert habe. Dadurch seien die steuerpflichtigen Gewinne erheblich gesenkt und andere Wettbewerber benachteiligt worden.

Reiche Eigentümer

EU-Kommissarin Vestager hatte zuletzt unter anderem mit einer Entscheidung gegen den US-Technologiekonzern Apple für Aufsehen gesorgt. Eine Steuerregelung Irlands für den Konzern war demnach illegal, das Land muss nun gut 13 Milliarden Euro an Steuern eintreiben. Irland und Apple wehren sich vor Gericht gegen den Entscheid.

Die dank Ikea reich gewordene Familie Kamprad führte auch dieses Jahr die «Bilanz»-Liste der Reichen in der Schweiz an. «Bilanz» beziffert ihr Vermögen auf 48 bis 49 Milliarden Franken. Im vergangenen Jahr betrug es noch 45 bis 46 Milliarden. Während der Gründer, der 91-jährige Ingvar Kamprad, in der schwedischen Heimat kürzer getreten ist, führen die Söhne Peter, Jonas und Mathias Kamprad die Geschäfte in der Schweiz weiter.

(sda/ise/mbü)

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