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Silikon
Brustimplantat-Opfer erhalten nur 650 Euro

Silikonimplantate von PIP: Opfer kriegen (etwas) Geld von der Versicherung. Keystone

Opfer des Implantat-Pfuschers Jean-Claude Mas erhalten von der Versicherung Alliance rund 650 Euro. Doch der Fall ist damit noch nicht abgeschlossen. Gegen den PIP-Gründer laufen weitere Verfahren.

Veröffentlicht am 18.03.2015

Im Skandal um verpfuschte Brustimplantate hat die Versicherung an fast 4500 Opfer eine Entschädigung in Höhe von insgesamt knapp drei Millionen Euro ausbezahlt. Zuvor konnten die Frauen ihre Ansprüche geltend machen, berichtete der Versicherer Alliance France am Mittwoch in Paris.

Im Durchschnitt haben die Opfer damit wenig mehr als 650 Euro bekommen. Frankreich war 2010 Ausgangspunkt des Skandals um Brustimplantate mit medizinisch nicht zugelassenem Silikon. Von den schadhaften Produkten des Herstellers PIP waren Hunderttausende betroffen. In der Schweiz wurden rund 280 Frauen Billig-Prothesen implantiert.

Weitere Entschädigungen

Die Aufarbeitung des Skandals läuft weiter. Der TÜV Rheinland war 2013 in Toulon als PIP-Kontrolleur verurteilt worden, rund 1700 Frauen je 3400 Euro zu zahlen. Das Unternehmen sieht sich selbst als PIP-Opfer, was mehrere Gerichte in Deutschland und Frankreich bestätigt haben, und hat Berufung eingelegt.

PIP-Gründer Jean-Claude Mas war 2013 in Marseille zu vier Jahren Haft wegen Betrugs verurteilt worden. Die Mitarbeiter bekamen Haftstrafen zwischen 18 Monaten und drei Jahren, zum Teil auf Bewährung ausgesetzt.

Krebszusammenhang unbewiesen

Der Verdacht eines möglichen Zusammenhangs zwischen PIP-Brustimplantaten und Krebserkrankungen ist bislang nicht bewiesen. Das nicht zugelassene Silikon kann aber Entzündungen auslösen, wenn es durch einen Riss austritt.

(sda/gku)

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