1. Home
  2. Unternehmen
  3. Bucher-Chef Mosimann warnt vor dem Klassenkampf

Mindestlöhne
Bucher-Chef Mosimann warnt vor dem Klassenkampf

Philipp Mosimann: Der Bucher-Chef prüft die Erhöhung der Mindestlöhne. (Bild: Keystone)

Philipp Mosimann ist ob dem «Nein» zur «1:12-Initiative» glücklich. Allerdings warnt der Bucher-Chef davor, die kommenden Wirtschaftsabstimmungen auf die leichte Schulter zu nehmen.

Von Vasilije Mustur
am 25.11.2013

Die Schweizer Stimmbürger haben die «1:12-Initiative» der Juso wuchtig verworfen. Darüber ist Philipp Mosimann sehr froh. «Das Volk will keine Einmischung des Staats zur Lohnfindung in den Betrieben. Es ist damit ein klares Bekenntnis zur Sozialpartnerschaft, wo mit Gesamtarbeitsverträgen, Arbeitnehmervertretungen und Betrieben gute regionale Lösungen gefunden werden». 

Zudem zeige das Abstimmungsresultat, dass die Bevölkerung zwischen «dogmatischen und übertriebenen», meist von parteipolitischen Ideologien der Polparteien geforderten Anliegen und pragmatischen Lösungen zum Wohl der Schweiz zu unterscheiden wisse. 

Nichtsdestotrotz teilt der Konzernchef des Industriekonzerns Bucher die Sorge, dass sich in der Schweiz ein wirtschaftspolitischer Klassenkampf anbahne. «Der Eindruck täuscht nicht und die linken Parteien wollen uns dem Malaise der Nachbarländer annähern. Aber bei uns entscheidet in diesen Fragen der Souverän, und der steht über einseitigen Ideologien», sagt Mosimann. 

Mosimann will Erhöhung der Löhne prüfen

Das Ausland staune jedoch über die politischen Vorgänge in der Schweiz – und dies werfe bei Firmen, welche in die Schweiz ziehen wollten, «Grundsatzfragen» auf. «Damit steht der bisher hervorragende Ruf der Schweiz als verlässlicher Partner auf dem Spiel». 

Mosimann hofft derweil, dass dieses «Nein» zur «1:12-Initiative» Signalwirkung für die «Mindestlohn-Initiative» haben werde, über welche die Stimmbürger kommenden Frühling zu befinden haben.

In diesem Zusammenhang signalisiert der Bucher-Konzernchef Gesprächsbereitschaft bei der Anhebung der Mindestlöhne - und dies vor dem Abstimmungssonntag. «Lohnerhöhungen gehören zum Wirtschaften und werden regelmässig vorgenommen. So auch bei Bucher, wo die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen am Laufen sind». Bucher erfülle aber bereits heute die geforderten 22 Franken pro Stunde.  

Anzeige