Der Mischkonzern Bucher Industries hat im vergangenen Jahr das beste Ergebnis seiner Firmengeschichte erzielt. Der Gewinn schoss um rund ein Viertel nach oben. Damit hat das Unternehmen aus Niederweningen ZH auch die höchsten Erwartungen übertroffen.

Der Betriebsgewinn (EBIT) legte um 24 Prozent auf 287,1 Millionen Franken zu. Unter dem Strich verdiente der Hersteller von Landmaschinen, Schneeräumfahrzeugen und Fruchtsaftanlagen 196,2 Millionen Franken. Das sind 26 Prozent mehr als im Vorjahr, wie Bucher Industries am Donnerstag bekannt gab. Mit einer Betriebsgewinnmarge von 10,7 Prozent ist der Konzern so profitabel wie noch nie.

Analysten hatten weniger erwartet

Analysten hatte gemäss der Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt lediglich mit einem EBIT von 273 Millionen Franken und einem Reingewinn von 183 Millionen Franken gerechnet. Das Jahresergebnis hat den Aktien von Bucher Industries Auftrieb gegeben. Der Titel des Landmaschinen- und Spezialfahrzeugherstellers legte um 2,6 Prozent auf 278 Franken zu. Kurzzeitig erreichte der Kurs bei 278,75 Franken den höchsten Stand seit Juni 2008.

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Insgesamt sei der Gewinn deutlich stärker gewachsen als der Umsatz, der um 3 Prozent auf 2,69 Milliarden Franken gestiegen sei, schrieb der Konzern. Die verschiedenen Märkte von Bucher Industries hätten sich im vergangenen Jahr insgesamt erfreulich entwickelt.

Die Landmaschinendivision profitierte von den guten Einkommen der Bauern. Obwohl in der zweiten Jahreshälfte die Preise für Soja, Mais und Weizen nachliessen, hatte dies dank der starken Stellung von Bucher bei den Milch- und Fleischbauern keinen wesentlichen Einfluss den Geschäftsgang.

Umsatz mit Landmaschinen gestiegen

Der Umsatz der Landmaschinensparte stieg um 5,2 Prozent auf 1,286 Milliarden Franken. Der Betriebsgewinn kletterte um ein Viertel auf 191,2 Millionen Franken. Damit seien die eigenen Erwartungen übertroffen worden, hiess es.

Die Gemeindefahrzeugdivision, die beispielsweise Schneepflüge, Salzstreuer oder Wischfahrzeuge herstellt, musste einen Umsatzrückgang von beinahe 10 Prozent auf 383,2 Millionen Franken hinnehmen. Der Betriebsgewinn tauchte gar um 16 Prozent auf 33,1 Millionen Franken. Die Sparanstrengungen der öffentlichen Hand insbesondere in Südeuropa seien deutlich spürbar, hiess es.

Der Rückgang kam erwartet, nachdem im Vorjahr ein Grossauftrag der Stadt Moskau in Höhe von 50 Millionen Franken das Ergebnis nach oben getrieben hatte. Bucher hat aber bereits einen Folgeauftrag aus Moskau über 19 Millionen Franken in der Tasche.

Sanierung greift

Die Hydrauliksparte profitierte von der regen Nachfrage nach hydraulischen Systemen und Komponenten in Europa und Nordamerika. Der Umsatz legte auch dank einer Übernahme in Deutschland um 11,4 Prozent auf 453,3 Millionen Franken zu, während sich der Betriebsgewinn um 16,2 Prozent auf 42,4 Millionen Franken verbesserte.

Bei der Glasbehältersparte Emhart Glass sank zwar der Umsatz um 5,4 Prozent auf 346,6 Millionen Franken und damit unter das Niveau des Vorjahres, das von einem Grossauftrag aus Indien profitiert hatte. Der Betriebsgewinn verbesserte sich aber markant von 1 Millionen auf 16,7 Millionen Franken. Die Neuausrichtung beginne zu greifen, hiess es.

Bei Bucher Specials stieg der Umsatz um 18,6 Prozent auf 244 Millionen Franken. Der Betriebsgewinn erhöhte sich gar um knapp die Hälfte auf 24,4 Millionen Franken. Die Nachfrage nach Weinproduktionsanlagen legte im zweiten Halbjahr zu, insbesondere in Frankreich. Und das Geschäft mit Fruchtsaftanlagen sei lebhaft gewesen.
Für das laufende Jahr rechnet Bucher Industries auch dank Akquisitionen mit einer leichten Zunahme des Umsatzes. Die Profitabilität dürfte allerdings moderat unter das Niveau des Rekordjahres 2013 sinken.

(awp/me/sim)