Die Industriegruppe Bucher hat im ersten Halbjahr 2014 deutlich mehr Bestellungen erhalten und mehr Umsatz erzielt als im Vorjahreszeitraum. Die Profitabilität nahm gleichzeitig leicht ab. Für das Gesamtjahr ist das Management was den Umsatz betrifft etwas optimistischer als zuletzt.

Das Management ist mit dem ersten Semester 2014 zufrieden und spricht von einem «starken Halbjahr», wie es in der Mitteilung vom Mittwoch heisst. Vor allem beim Umsatz und dem Bestellungseingang konnte das Unternehmen zulegen. Der Umsatz stieg um 4,2 Prozent auf 1,47 Milliarden Franken, der Bestellungseingang sogar um 7,8 Prozent auf 1,32 Milliarden Franken. Der Auftragsbestand per Ende Juni lag mit 701,7 Millionen Franken sogar 9,7 Prozent über dem Wert des Vorjahres.

Auftrag aus Moskau schon Umsatzwirksam

Zur erfreulichen Entwicklung hätten alle Divisionen ausser der Landmaschinensparte Kuhn Group beigetragen, heisst es weiter. Besonders gut lief es der Sparte Bucher Municipal, die Kommunalfahrzeuge herstellt: Sie konnte 22 Prozent mehr Aufträge an Land ziehen und erzielte einen 13 Prozent höheren Umsatz von 189,7 Millionen Franken. Prägend für diese Zahlen sei der Grossauftrag der Stadt Moskau über 53 Millionen Franken gewesen: 21 Millionen davon seien bereits im ersten Halbjahr umsatzwirksam geworden.

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Die Sparten Hydraulics und Emhart Glass legten etwas weniger stark zu: beim Auftragseingang um 10 Prozent und 13 Prozent, beim Umsatz um 4,7 Prozent und 13 Prozent. Die Nachfrage nach Hydraulics-Produkten habe in Nordamerika weiter zugenommen und sich in Europa belebt; in China sei hingegen eine Stagnation zu beobachten gewesen. Bei Emhart Glass sei das Wachstum zustande gekommen, obwohl der Markt für Glasformungs- und Inspektionsmaschinen auf tiefem Niveau verharrt habe.

Mit Wachstumsraten von 26 Prozent beim Auftragseingang und 33 Prozent beim Umsatz kann Bucher Specials auftrumpfen, wobei dies grösstenteils auf Akquisitionseffekte zurückzuführen ist. Im Rahmen des Übernahmeangebots für Jetter hielt Bucher zur Jahresmitte gut 84 Prozent der Aktien.

Kuhn Group als Sorgenkind

Das Sorgenkind im ersten Halbjahr war die grösste Division Kuhn Group, die Landmaschinen herstellt: Der Auftragseingang ging um 0,7 Prozent auf 513,5 Millionen und der Umsatz um 2,4 Prozent auf 725,9 Millionen Franken zurück. Bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte resultierten sogar Rückgänge um 4,3 Prozent und 2,3 Prozent.

Wie erwartet habe der Landmaschinenmarkt im ersten Halbjahr insgesamt nachgegeben, schreibt Bucher dazu. Dies sei vor allem im wichtigsten Markt Europa der Fall gewesen, in Nord- und Südamerika hätten die positiven Impulse hingegen angehalten.

EBIT auf Vorjahreshöhe

Das EBIT kam im Vorjahresvergleich 0,4 Prozent höher bei 141,5 Millionen Franken zu liegen. Die EBIT-Marge sank damit auf 9,6 Prozent von 10,0 Prozent. Der Reingewinn stieg um 1,5 Prozent auf 96,5 Millionen Franken.

Margenverbesserungen erzielten Hydraulics, Specials und Emhart Glass. Für Municipal kann Bucher hingegen nur noch 5,3 Prozent nach 7,2 Prozent ausgewiesen werden. Dies wird mit einmaligem Devestitionseffekt im Vorjahreszeitraum begründet. Die Kuhn Group konnte die Marge trotz des Umsatzrückgangs beinahe halten (Minus 0,4 Prozent). Dies sei dank des flexiblen Produktionsmanagements möglich gewesen.

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Im Rahmen der Prognosen

Mit den vorgelegten Zahlen hat Bucher die Markterwartungen mehr oder weniger erfüllt. Der AWP-Konsens für den Auftragseingang lag bei 1,30 Milliarden Franken, für den Umsatz bei 1,48 Milliarden Franken, für den EBIT bei 145 Millionen und für den Reingewinn bei 97 Millionen Franken.

Für das ganze Geschäftsjahr 2014 peilt der Konzern eine Zunahme des Umsatzes an, bislang war von einer «leichten Zunahme» die Rede gewesen. Die rückläufige Nachfrage nach Landmaschinen werde zwar voraussichtlich anhalten. Dank der Übernahme des brasilianischen Unternehmens Montana erwartet Bucher für die Kuhn Group jedoch einen Umsatz leicht über dem Vorjahr. Auch für alle anderen Divisionen werden höhere Umsätze erwartet. Nach wie vor wird jedoch von einer moderaten Abnahme der Profitabilität ausgegangen.

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(awp/lur)