Die Wirtschaftsverbände, die gegen die Einführung des Neuen Lohnausweises (NLA) Sturm liefen, sehen sich durch eine Erhebung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) bestätigt. Mit dem Neuen Lohnausweis wurde bei den Unternehmen eine administrative Entlastung von 11,7 Mio Fr. jährlich erzielt, bilanziert das Seco. Dem stehen jedoch Einführungskosten von 250 Mio Fr. gegenüber. Die durchschnittlichen einmaligen Einführungskosten betrugen knapp 70 Fr. pro Lohnausweis.

Des Weiteren hat laut der Erhebung eine Mehrheit der befragten KMU angegeben, dass die wiederkehrenden Belastungen mit dem neuen Ausweis gleich gross oder geringer seien. Das Seco räumt ein, dass die einmaligen Anpassungskosten angesichts der erzielten Entlastungen «relativ bedeutend» seien.

Genugtuung für Kritiker

Der Arbeitgeberverband Centrepatronal sieht sich damit in seiner früheren Kritik am neuen Ausweis bestätigt. Und er zeigt sich erfreut darüber, dass das Seco den Beitrag der Wirtschaftsverbände zu «diesem einigermassen akzeptablen Resultat anerkenne». Laut dem Verband ging der erste Entwurf der Steuerkonferenz (SSK) noch viel weiter und sah etwa vor, dass der Arbeitgeber sämtliche Naturalvorteile detailliert auflistet. Das wäre nicht nur äusserst aufwendig und komplex gewesen, sondern hätte auch zu einer substantiellen Erhöhung der Steuerbelastung der Arbeitgeber geführt.

Der Verband ist ausserdem erleichtert, dass das Seco keine weiteren «Entlastungsversuche» für KMU empfiehlt. Laut Seco hat es sich bestätigt, dass jede Änderung Kosten für die Unternehmen hervorruft und es daher ungünstig sei, in nächster Zeit grundlegende Anpassungen an der Regulierung des NLA vorzunehmen.

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Nach jahrelangem Seilziehen mussten die Arbeitgeber den NLA für die Steuerperiode 2007 einführen. Diverse Vorstösse gegen den Ausweis sind hängig. So eine Zürcher Standesinitiative, die im Gesetz über die direkte Bundessteuer einen Artikel fordert, wonach die Arbeitgeber beim Erstellen des NLA nicht übermässig belastet werden sollen.