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Angola
Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Geldwäscherei

Dos Santos Angola
Angolas Ex-Präsident José Eduardo dos Santos: Die Geschäfte in seiner Ära interessieren nun auch Bundesanwalschaft.Quelle: Keystone/ AP

Die BA führte gestern an mehreren Orten Hausdurchsuchungen durch wegen Geldwäscherei-Verdachts. Es geht um Angolas Staatsfonds und Nationalbank.

Von Sven Millischer
am 17.05.2018

Die Affäre um Angolas Staatsmilliarden erreicht die Schweiz: Die Bundesanwaltschaft BA führte gestern mit Unterstützung der Bundespolizei fedpol an mehreren Standorten Hausdurchsuchungen durch. Wie die «Handelszeitung» erfahren hat, wurden auch Polizisten an der Stockerstrasse in Zürich aktiv. Dort, wo der schillernde Schweiz-Angolaner Jean-Claude Bastos seine Büros hat. Bastos und dessen Zuger Firmengruppe Quantum Global verwalteten bis vor kurzem die Gelder des angolanischen Staatsfonds (FSDEA) sowie auch Vermögenswerte der dortigen Nationalbank (BNA). Bastos und die Quantum-Gruppe wollten sich auf Anfrage zu den laufenden Verfahren nicht äussern.

Die Milliardenwerte der angolanischen Staatsinstitutionen FSDEA und BNA rücken jedenfalls nun in den Fokus der Schweizer Strafermittler. Die Bundesanwaltschaft hat vergangenen Monat ein Strafverfahren eröffnet wegen des Verdachts der Geldwäscherei gegen unbekannte Täterschaft. «Dieses Verfahren steht in Zusammenhang mit möglichen Straftaten gegen das Vermögen der Nationalbank und des Fondo Soberano de Angola», wie die BA gegenüber der «Handelszeitung» mitteilt. 

Auch Finma ist aktiv im Angola-Fall

Auch die Finanzmarktaufsicht Finma ist im Angola-Fall aktiv geworden, wie Sprecher Tobias Lux erklärt: «Die Finma trifft derzeit Abklärungen im Kontext von Vermögen der angolanischen Nationalbank und des angolanischen Staatsfonds.» Man äussere sich wie üblich nicht zu Namen von betroffenen Instituten. 

Nebst Bundesanwaltschaft und Finanzmarktaufsicht sind offenbar noch weitere behördliche Organe im Angola-Fall aktiv, wie BA-Sprecher Anthony Brovarone erklärt. Anlässlich der Rechtshilfe unter Behörden habe die BA Kenntnis davon erhalten, dass eine andere Behörde am selben Tag Hausdurchsuchungen durchführte. Über deren Verfahren könne man keine Auskunft erteilen. Gemäss «Tages-Anzeiger» handelt es sich um die Eidgenössische Steuerverwaltung.

Das Bundesamt für Justiz erklärt auf Anfrage, dass kein Rechtshilfeersuchen in der Sache aus dem Ausland eingegangen sei. Die Schweizer Behörden ermitteln also auf eigene Initiative im Angola-Fall.

Bereits 2009 bestand Geldwäscherei-Verdacht

Es ist nicht das erste Mal, dass Angola in den Fokus der Bundesanwaltschaft gerät. Ab Frühjahr 2009 ermittelte die BA gegen José Filomeno dos Santos, den Sohn des damaligen Staatspräsidenten und späteren Präsidenten des Staatsfonds FSDEA. Es ging um den Verdacht auf Geldwäscherei. Auslöser war ein Hinweis der Meldestelle für Geldwäscherei des Bundes auf drei Konten bei einer Bank in Zürich. Es handelte sich um Gelder einer Gesellschaft mit Sitz in Panama, an denen Präsidentensohn dos Santos wirtschaftlich berechtigt war.

Die BA sperrte damals die Schweizer Dos-Santos-Konten, weil Korruptionsverdacht bestand.Der Nachweis, dass die Vermögenswerte verbrecherischer Herkunft sind, konnte aber nicht erbracht werden, so dass die BA das Verfahren 2012 wieder einstellte.

 

 

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