Das Feld der Verdächtigen im Fall der Fifa ist bei der Bundesanwaltschaft noch gross. Derzeit ermittelt die Behörde gegen Unbekannt und kämpft sich durch einen Berg von Akten. Auch ist umfangreiche Rechtshilfe aus dem Ausland nötig, wie Bundesanwalt Michael Lauber sagte.

Ein halbes Jahr nach ihrer Aufnahme seien die Ermittlungen im Fall weiter gediehen, erklärte Lauber in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Die Menge an Akten sei unglaublich gross und es gehe um Verbindungen in die ganze Welt.

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Grosse Zahl an Verdächtigen

Eine Task Force aus mehreren Mitarbeitern nehme derzeit eine Triage der Akten vor und fokussiere die Ermittlungen auf die wichtigsten Punkte. Die Zahl der Verdächtigen sei noch gross. In Details wollte Lauber gegenüber der Zeitung aus ermittlungstaktischen Gründen nicht gehen.

Ermittelt wird wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und Geldwäscherei, wiederholte der Bundesanwalt. Die Behörde ermittle unabhängig und stütze sich dabei nicht nur auf eine Anzeige des internationalen Fussballverbands. Diese Anzeige habe in erster Linie den Anfangsverdacht geliefert, die Bundesanwaltschaft sei aber «in keiner Weise Ausführungsgehilfin, weder von Joseph Blatter noch von sonst jemandem», sagte Lauber.

Priorisierter Fall

Die Bundesanwaltschaft hat den Fifa-Fall priorisiert, andere Verfahren würden deshalb aber nicht vernachlässigt. Das sei rechtlich gar nicht möglich, so Lauber.

Ein prioritäres Wirtschaftsverfahren ist auch dasjenige gegen den mutmasslichen Anlagebetrüger Dieter Behring. Die Bundesanwaltschaft ermittelt mittlerweile seit elf Jahren. Der Fall sei eine «Altlast», sagt Lauber. Der Hauptbeschuldigte könne aber sehr bald angeklagt werden.

(sda/ise)