Mit einem knappen Gut schnell und viel Geld verdienen. So dürften sich die Viagogo-Verantwortlichen wohl das Geschäft vorgestellt haben. Doch die Fans und die Klubs wehren sich. Die oftmals überteuerten Tickets für Fussballspiele stiessen den Fans sauer auf und die Klubs fürchteten um den Ruf. Auch der FC Basel war im letzten Jahr von den Machenschaften betroffen. Obwohl das Stadion erst zu einem guten Drittel gefüllt war, wurden Tickets anstelle der regulären 48 Franken über Viagogo zu 399 Franken Angeboten.

Viagogo ist ein Handelsplatz für Tickets zu Sport- und Kulturveranstaltungen. Das Genfer Unternehmen wurde 2006 gegründet und kommt nun immer mehr unter Druck. Heute Treffen sich in Deutschland etwa die Führungsetagen der Spitzenklubs der Bundesliga um eine Strategie gegen Viagogo zu lancieren.     

Klubs künden und klagen

Im letzten März hatte Bayer-Leverkusen-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser gesagt: «Wir prüfen, ob wir gerichtlich gegen Viagogo vorgehen. Da werden Fans abgezockt, das ist eine Sauerei.» Mittlerweile ist daraus ein gewonnener Prozess vor dem Landgericht in München geworden. Viagogo wurde gerichtlich verboten, den Eindruck zu erwecken, Viagogo stehe in einem Vertragsverhältnis mit Bayer Leverkusen.

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Wie die «Süddeutsche Zeitung» heute schreibt, sind diese Woche auch die Logos des VLF Wolfsburg und VFL Bochum bei Viagogo zum Teil auf Druck der Klubs gelöscht worden. Borussia Mönchengladbach ist kein offizieller Vertriebspartner und will Viagogo gerichtlich verbieten lassen, weiterhin Karten für seine Heimspiele zu vertreiben, weiss die «Süddeutsche Zeitung». Jetzt bleiben Viagogo noch die Profivereine FC Bayern, Augsburg, Stuttgart, Nürnberg, Hannover, Hoffenheim und der Zweitligist Kaiserslautern.

Verträge laufen aus

Heute findet nun die gemeinsame Ideensuche der Klubs und der DFL statt. Die Liga und die Klubs möchten am liebsten eine eigene Plattform für den Tickethandel lancieren. Absurden Wucherpreis-Karten auf dem Schwarzmarkt soll so der Nährboden entzogen werden. Und noch ein Ziel verfolgt das Treffen laut «Süddeutschen Zeitung»: «Vor allem die Angebote des schweizerischen Online-Händlers Viagogo erregen zunehmend den Unmut der Vereine. Sie reagieren damit auf die Forderungen aus der Fan-Szene, die gegen solche Ticketschiebereien seit längerem Sturm läuft.»