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Burger King: Angst vor dem «Killer»

Schweiz von Filialschliessungen offenbar nicht betroffen. (Bild: Keystone)

In Deutschland geht bei Franchisenehmern von Burger King laut Medienbericht die Angst um. In der Schweiz wisse man nichts von Filialschliessungen - und verwies auf eine PR-Agentur.

Von Tobias Keller
am 29.11.2012

Bei Burger King in Deutschland hat sich die Bezeichnung «Killer» etabliert. Wenn der «Killer» vor ihrem Restaurant hält, wissen die Franchisenehmer, was die Stunde geschlagen hat. Dann sieht man in der Münchner Zentrale keine Zukunft mehr für diese Filiale, wie «Financial Times Deutschland» (FTD) berichtet.

Misstrauen und Existenzangst

Es herrsche laut «FTD» ein Klima der Angst unter den Franchisenehmern, es würden Maulwürfe in den eigenen Reihen vermutet, es würden sogar Wirtschaftsermittler engagiert, um zu recherchieren, was hinter dem merkwürdigen Verhalten Burger Kings steckt.

Der US-amerikanische Fastfood-Konzern wird von Finanzinvestoren geführt. Bereits kurz vor dem Börsengang im Juni 2012 wurde die Deutschland-Zentrale in München entrümpelt: Von 117 Mitarbeitern mussten 91 gehen.

Wie die «FTD» berichtet, lässt die Burger-King-Zentrale in den Restaurants umsetzen, was unter dem Arbeitstitel «Segmentierung» beschlossen wurde. Die Einteilung der Filialen in zukunftsfähig oder nicht. Wer aus Sicht der Münchner keine Perspektive hat, soll Platz machen für andere: grössere, erfolgreichere, für welche, die sich nicht querstellen, die hinnehmen, wenn Leistungen der Zentrale wegfallen, so der Bericht.

Franchisenehmer wehren sich

Die Filialbesitzer wehren sich. Schon vor Wochen begehrten erste Burger-King-Wirte laut «FTD» auf, beklagten eine «finanzielle Überforderung», monierten, dass plötzlich Leistungen wie Mitarbeiterschulungen auf sie übertragen wurden. Mitte Oktober gingen dann 13 Burger-King-Filialen im Grossraum Berlin in die Insolvenz.

«Handelszeitung Online» wollte von Burger King wissen, wie sich die Situation in der Schweiz darstelle, ob es zu Schliessungen komme? Mündlich wurde keine Auskunft erteilt und auf eine schriftliche Anfrage an eine PR-Firma verwiesen. In einem Nebensatz hiess es dann noch, man wisse nichts von Filialschliessungen in der Schweiz.

Fakt ist jedenfalls: Die erst im Mai 2011 eröffnete Burger-King-Filiale im Zürcher Niederdorf ist zwischenzeitlich bereits wieder geschlossen worden.

Das Geschäft mit Whopper & Co. kam im dritten Quartal dieses Jahres kaum von der Stelle. Der Gewinn fiel sogar deutlich. Der grössere Rivale «McDonalds» hatte ein ähnliches Schicksal erlitten. Burger-King-Chef Bernardo Hees sprach Ende Oktober von einer «herausfordernden globalen Wirtschaftslage.»

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