Die Elektrotechnik-Gruppe Burkhalter hat 2012 ihren Gewinn von 21,7 Millionen auf 25,1 Millionen Franken gesteigert. Der Umsatz sank leicht um 0,8 Prozent auf 472,3 Millionen Franken.

Der enorme Preisdruck mache den Elektroinstallateuren weiterhin zu schaffen, teilte Burkhalter mit. Dank guter Auslastung im zweiten Halbjahr, durch eine verbesserte Auftragspolitik sowie effizientere Arbeitsabläufe trotzte das Unternehmen diesen Widrigkeiten.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) wuchs auf 30,9 Millionen Franken und die Ertragskraft damit um 12 Prozent. 2012 kaufte Burkhalter zwei Elektrofirmen hinzu und fusionierte ein Elektrotechnikunternehmen im St. Gallischen mit einem anderen. Burkhalter will weiter zukaufen.

Der Verwaltungsrat beantragt eine steuerfreie Dividende von 17,2 Franken pro Aktie aus den Kapitalreserven. Zudem soll die Namenaktie im Verhältnis 1:5 gesplittet werden, was ihren Kurs an den Median der an der Schweizer Börse kotierten Papiere heranbringt. Eine Kapitalerhöhung soll schliesslich 20 Millionen bis 25 Millionen Franken einbringen.

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Burkhalter setzt auf eigene Mittel

Wie Verwaltungsratspräsident Gaudenz Domenig an der Bilanzmedienkonferenz erklärte, will das seit fünf Jahren an der Schweizer Börse kotierte Unternehmen die grosszügige Ausschüttungspolitik fortsetzen. Die Aktie sei in letzter Zeit aber etwas schwerfällig geworden.

Bei der geplanten Kapitalerhöhung verwies Domenig auf die planmässig verlaufenden Arbeiten im Gotthardbasistunnel. Dieses Projekt werde erst 2016 bis 2018 Cashflow-wirksam.

Burkhalter könnte auch ohne Kapitalerhöhung auskommen und das Projekt mit bestehenden Kreditfaszilitäten finanzieren. Das würde aber den Anteil der Fremdfinanzierung erhöhen. Burkhalter hat für den Gotthard ein Joint Venture mit Alpiq InTec.

Moderate Gewinnsteigerung in Sicht

Im Ausblick ist Burkhalter wegen der anhaltend hohen Bautätigkeit optimistisch. 2013 sollte eine moderate Gewinnsteigerung resultieren, obwohl Burkhalter bereits 2012 «sehr erfolgreich war», wie Konzernchef Marco Syfrig im Communiqué zitiert wird.

In der stark fragmentierten Installateurenbranche sei der Strukturwandel noch im Gang, sagte Syfrig. Weiterhin herrschten Tiefstpreise, die Tendenz zur schnellen Auftragsannahme bestehe weiter. Burkhalter sehe dabei die Möglichkeit weiterer Akquisitionen.

In der Schweiz gebe es rund 3500 Elektroinstallationsfirmen. Daran ändere erst eine Abschwächung der Baukonjunktur etwas, sagte Syfrig. Den Marktanteil von Burkhalter schätzte er auf 8 bis 10 Prozent.

Börse erfreut

Die Aussicht auf eine attraktive Dividende und ein über den Markterwartungen ausgefallenes Jahresergebnis verlieh den Aktien von Burkhalter kräftig Auftrieb. Das Papier stieg am Montagmorgen in einem freundlichen Markt zeitweise um über 7 Prozent und lag am Mittag 4,3 Prozent im Plus

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) sprach von einem starken Jahresausweis sah bei den Gewinnschätzungen für 2013 «einen Revisionsbedarf von fünf bis zehn Prozent nach oben».

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(chb/sda)