Die Wolke wird die Zukunft sein, ist Microsoft-Firmenchef Steve Ballmer überzeugt. Cloud Computing soll unsere Arbeitsweise und unsere Lebensart grundlegend verändern. Mobilität, Breitbandanschlüsse und Cloud-Systeme vernetzen die Gesellschaft. Unternehmen beziehen ihren IT-Bedarf komplett aus dem Netz, und die Arbeitnehmer können mit Smartphones, Tablets und Notebooks von unterwegs genauso auf E-Mails, Dokumente und Termine zugreifen wie im Büro.

In fünf Jahren soll es 5 Milliarden Breitbandanschlüsse geben, prognostiziert der Technologie-Konzern Ericsson. Vielerorts reibt man sich schon die Hände. «Im wachsenden Geschäftskundenmarkt wirkt der steigende Trend zum Cloud Computing als Katalysator für die Nachfrage nach Konnektivität und ICT-Infrastruktur», so Alex Koster, Telekommunikationsexperte beim Beratungsunternehmen Booz & Company.

Gerade Telekomfirmen werden von der boomenden Nachfrage nach virtuellen Servern, Speichern und Anwendungen profitieren können. Erwartet wird, dass die Anbieter von Rechenkapazität, Datenspeicher-, Software- und Programmierumgebungen als Service für die Rechnerwolke jährliche Umsatzsteigerungen zwischen 30 und 50 Prozent erzielen können.

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Doch auch wenn die neuen Möglichkeiten beeindrucken, sollten die Risiken nicht vergessen gehen. Vor kurzem hatten 0,02 Prozent der Google-Mail-Nutzer, das entspricht Zehntausenden Konti, tagelang keinen Zugriff mehr auf ihre Mails. Die Ursache war ein kleiner Software-Fehler beim Internetriesen, der sich nicht sofort beheben liess.

Viele Unternehmen stehen daher den Möglichkeiten der Cloud noch skeptisch gegenüber. Denn sie können es sich nicht erlauben, dass eine wichtige Anwendung ausfällt. Sie überlegen es sich deshalb genau, ob es sich lohnt, ihre IT-Kompetenz an die Datenwolke auszulagern. Die Zukunft muss manchmal noch etwas warten.