Autoneum hat im ersten Semester 2015 mehr Umsatz erzielt, aber unter dem Strich deutlich weniger verdient. Der Gewinneinbruch ist die Folge einer Kartellbusse, die der Automobilzulieferer in Deutschland bezahlen musste. Ohne diese wäre das Unternehmen deutlich profitabler geworden.

Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 3,4 Prozent auf 1,01 Milliarden Franken, wie das Winterthurer Unternehmen am Mittwoch mitteilte. In Lokalwährungen hätte das Plus sogar 6,3 Prozent betragen. Damit sei das Wachstum der weltweiten Automobilproduktion (+0,9 Prozent) deutlich übertroffen worden. In Europa (+6,9 Prozent), Nordamerika (+5,1 Prozent) und Asien (+21 Prozent) legte Autoneum in Lokalwährungen zu, nur in der Region Samea (Südamerika, Mittlerer Osten, Afrika) ging es abwärts (-8,4 Prozent).

Profitabilität höher

Bei der Profitabilität machte Autoneum eigentlich auch Fortschritte. So stieg (ohne Kartellbusse) der Ebitda um 9 Prozent und der Ebit um 16 Prozent, und es hätte eine Ebit-Marge von 7,7 Prozent resultiert (nach 6,8 Prozent im Vorjahreszeitraum).

Inklusive der Busse von 31,5 Millionen Franken sieht es dagegen schlechter aus. So nahm der Ebit um 31 Prozent auf 46,1 Millionen Franken ab und die Marge kam nur bei 4,5 Prozent zu liegen. Unter dem Strich resultierte ein 58 Prozent tieferer Reingewinn von 17,0 Millionen Franken. Die Busse erhielt Autoneum vom deutschen Kartellamt im Juni wegen Preisabsprachen aufgebrummt.

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Umsatz-Schätzungen übertroffen

Mit den Zahlen hat Autoneum die Schätzungen der Analysten beim Umsatz und Ebit übertroffen und beim Reingewinn verfehlt. Diese hatten im Durchschnitt mit einem Umsatz von 994 Millionen, einem Ebit von 44,1 Millionen und einem Reingewinn von 22,3 Millionen Franken gerechnet.

Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen nun ein Umsatzwachstum (in LW) über der im März abgegebenen Prognose von 4 Prozent bis 5 Prozent an, wie es weiter heisst. Und trotz negativer Währungseinflüsse rechnet das Management neuerdings mit einem in Schweizer Franken konsolidierten Konzernumsatz über dem Vorjahr - bislang war ein leicht rückläufiger Wert erwartet worden. Was die Ebit-Marge betrifft, soll diese im zweiten Halbjahr dieses Jahres besser ausfallen als im zweiten Semester 2014.

(awp/ise/me)