Die Commerzbank kommt im Verfahren um dubiose Konten in Luxemburg und Panama einem Insider zufolge glimpflich davon. Die zweitgrösste deutsche Bank habe sich mit der Staatsanwaltschaft Köln auf ein Bussgeld von 17 Millionen Euro wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung verständigt, sagte die mit den Verhandlungen vertraute Person am Donnerstag zu Reuters.

Das letzte Wort hat aber das zuständige Gericht, das der Einigung zustimmen muss. Die Ermittler werfen der Luxemburger Tochter der Commerzbank vor, Kunden geholfen haben, ihr Geld über Konten in Luxemburg und Briefkastenfirmen in Panama vor dem Finanzamt zu verbergen.

Die Commerzbank wollte sich dazu nicht äussern. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft unter Verweis auf das Steuergeheimnis ebenfalls keine Stellung.

Angebote von Schweizer Banken

Die HypoVereinsbank hatte wegen ähnlich gelagerter Fälle gut 20 Millionen Euro gezahlt, die HSH Nordbank laut Finanzkreisen 22 Millionen. Die Staatsanwälte haben nach früheren Informationen weitere deutsche Banken im Visier. Auch schweizerische Institute hatten ihren Kunden das umstrittene Steuersparmodell angeboten.

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Die «Süddeutsche Zeitung» und ihre Recherche-Partner WDR und NDR hatten als erste über die Einigung mit der Commerzbank berichtet. Im Februar war die Bank in der Steueraffäre in einer grossangelegten Razzia durchsucht worden. Finanzkreisen zufolge hatte sie schon zu Jahresbeginn rund 400 Kunden gekündigt, die wiederholt nicht auf Aufforderungen reagierten, ihre steuerliche Situation zu klären und offenzulegen. 2013 hatte sie begonnen, das Steuerthema aufzuklären und zu bereinigen.

Ermittler honorieren Fahrplan

Die Ermittler honorieren mit dem relativ geringen Bussgeld offenbar die Weissgeldstrategie, die die Commerzbank fährt. Sie hatte bereits 2008 aufgehört, die Panama-Konstruktionen an die Kunden zu verkaufen. Zum anderen hatte sie nach der Razzia mit den Ermittlern kooperiert.

Die Staatsanwaltschaft Köln sei zudem stark ausgelastet und über jeden abgeschlossenen Fall froh, hiess es in dem Bericht. Die Commerzbank hatte Insidern zufolge seit Monaten mit den Behörden über eine gesichtswahrende Lösung verhandelt.

(reuters/dbe/ama)