Die Schweizer Banken haben im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch erlitten. Unter dem Strich verdienten die knapp 300 Geldhäuser nur noch kümmerliche 186,1 Millionen Franken. Im Vorjahr hatten sie den Gewinn noch auf satte 13 Milliarden Franken gesteigert.

Insbesondere Rückstellungen der Grossbanken für Rechtsfälle, regulatorische und ähnliche Angelegenheiten sowie hohe Wertminderungen auf Goodwill und übrige nicht-finanzielle Vermögenswerte, seien für die Abnahme des aggregierten Nettogewinns verantwortlich, schreibt die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) in ihrem Bankenbarometer 2013. Zudem hätten neue Rechnungslegungsvorschriften höhere Kosten bei den Vorsorgeeinrichtungen verursacht.

Über 80 Prozent mit Gewinn

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«Dabei gilt es zu beachten, dass diese Daten die Stammhäuser der Banken betreffen, die im Gegensatz zu den Konzernabschlüssen der Banken die rechtlich selbstständigen Tochtergesellschaften im In- und Ausland nicht umfassen», schreibt die SBVg in ihrem veröffentlichten Bericht. Auch die unterschiedlichen Rechnungslegungsstandards führten zu Differenzen.

Insgesamt wiesen 254 Banken einen Jahresgewinn aus. 43 Geldhäuser machten Verlust. Damit sind wie im Vorjahr über 80 Prozent der Banken unter dem Strich in den schwarzen Zahlen. Total lieferten die Institute 1,54 Milliarden Franken an Gewinnsteuern ab. Dies ist etwas mehr als im Vorjahr (1,46 Milliarden Franken). Nach dem Rückgang im 2011 konnten die Schweizer Banken den Geschäftserfolg halten. Dieser stagnierte 2012 bei 59 Milliarden Franken. Das ist ein ganz leichtes Minus von 0,2 Prozent.

Anleger handeln weniger

Dabei schrumpften die Erträge aus dem Handelsgeschäft (-1,2 Prozent) sowie aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (-1 Prozent) weiter, weil die Anleger an den Börsen weniger handelten. Das wurde beinahe durch den Zinserfolg (+0,5 Prozent) und den übrigen Erfolg (+1,5 Prozent) aufgefangen. Mit 23,4 Milliarden Franken blieb das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft die wichtigste Ertragsquelle der Banken in der Schweiz vor dem Zinsgeschäft (20,9 Milliarden Franken).

Unter anderem dank dem steigenden Börsenkursen und höheren Wertschriftenbeständen seien die verwalteten Vermögen per Ende 2012 auf 5,565 Milliarden Franken gewachsen, sagte SBVg-Chef Claude-Alain Margelisch vor den Medien in Zürich. Das sei ein Plus von 320 Milliarden Franken. Die ausländischen Vermögen machten dabei unverändert etwas mehr als die Hälfte der gesamten verwalteten Vermögen aus. «Es konnte also keine nennenswerte Verschiebung von ausländischen Kundengeldern in andere Länder festgestellt werden», sagte Margelisch.

Institute treten auf die Kostenbremse

Gleichzeitig steht eine Reihe von Banken auf der Kostenbremse: «Nach einer leichten Zunahme im Vorjahr von 0,14 Prozent haben die Banken in der Schweiz ihren Personalbestand abgebaut», sagte Margelisch. Die Anzahl der Beschäftigten im Inland sank um 2,7 Prozent auf 105'166 Mitarbeiter. Am stärksten fielen die Einschnitte bei den Privatbankiers aus (-13,3 Prozent) vor den Auslandsbanken (-4,2 Prozent). Auch die Grossbanken (-1,1 Prozent und die Kantonalbanken (-0,3 Prozent bauten Stellen ab. Mehr Leute eingestellt haben dagegen die Raiffeisenbanken und die Sparkassen.

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Das Streichkonzert geht weiter. Im ersten Semester 2013 fielen erneut 654 Jobs weg (-0,7 Prozent). «Für das zweite Halbjahr wird eine weiter sinkende Beschäftigung erwartet», hiess es.

(sda/muv/se)