Das Bahn- und Touristikunternehmen BVZ Holding hat im vergangenen Geschäftsjahr den Ertrag leicht und das Ergebnis deutlich gesteigert. Während aufgrund des nach wie vor starken Frankens und konjunktureller Unsicherheiten die Nachfrage aus Europa für Erlebnisreisen gedämpft blieb, zieht die Destination Zermatt immer mehr Touristen aus Asien an. Der konsolidierte Ertrag wuchs im Berichtsjahr um 1,1 Prozent auf 129,2 Millionen Franken, wovon 29,7 (VJ 30,7) Millionen aus Abgeltungen von Seiten der öffentlichen Hand zugeflossen sind. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA stieg um 23 Prozent auf 28,3 Millionen und der EBIT auf 11,0 Millionen nach 4,7 Millionen im Vorjahr, wie die Brig Visp Zermatt Bahnen am Freitag mitteilten. Die EBIT-Marge hat sich auf 8,5 Prozent mehr als verdoppelt.

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Die deutliche Ergebnissteigerung sei zu einem guten Teil dem konsequenten Kostenmanagement im Personal- und Betriebsaufwand zuzuschreiben, erklärte Finanzchef Beat Britsch an der Bilanzmedienkonferenz in Brig. Dabei hat die BVZ mit 2,9 Millionen Franken auch deutlich weniger für die Sanierung der Pensionskasse aufgewendet als noch im Vorjahr (7,3 Millionen). Wenn es nach der BVZ geht, soll die seit einigen Jahren andauernde Sanierung noch im laufenden Jahr zu einem Abschluss kommen. Der Vorschlag muss allerdings vom Stiftungsrat gutgeheissen werden.

Höhere Dividende

Unter dem Strich nahm der Reingewinn um 40 Prozent auf 6,4 Millionen Franken zu. Die Abschreibungen sind um 6 Prozent zurückgegangen und werden künftig weiter sinken. Schliesslich wurde der Goodwill auf der Gornergratbahn vollständig abgeschrieben, weshalb der CFO im 2014 mit um 0,9 Millionen tieferen Abschreibungen rechnet. Die Bilanz sei mit einem Eigenfinanzierungsgrad von 33,7 Prozent kerngesund, sagte Britsch weiter. Die Eigenkapitalrendite belief sich auf 5,0 Prozent und den Aktionären soll eine um 50 Rappen auf 10,0 Franken je Titel erhöhte Dividende ausbezahlt werden.

Im Ertrag haben die Geschäftsfelder Regionalverkehr (plus 3,5 Prozent auf 41,5 Millionen Franken) und Immobilien (plus 31 Prozent auf 4,7 Millionen) den Rückgang bei den Erlebnisreisen (minus 1,6 Prozent auf 33,7 Millionen) mehr als kompensiert.

Stetige Ertragssteigerung

Im Ausblick rechnet der CEO mit einer langsamen aber stetigen Verbesserung des Ertrags. Im Regionalverkehr dürfte Ende 2014 die Einführung des Halbstundentakts auf der Strecke Zermatt-Fiesch die Nachfrage beleben, wobei mit steigenden Gästezahlen aus dem Inland gerechnet wird. Für die Erlebnisreisen rechnet der CEO mit einer weiter steigenden Nachfrage aus Asien. Dazu hat die Gruppe die Präsenz vor Ort mit Vertretungen in südostasiatischen Ländern verstärkt. Aber auch aus Deutschland sollen dank den Marketing-Offensiven von Tourismus Schweiz die Gästezahlen anziehen. Zudem soll noch im laufenden Jahr unter anderem der «touristische Raum Andermatt-Sedrun» weiterentwickelt werden. Dazu gehöre auch die Erneuerung des Bahnhofs Andermatt, der von der BVZ betrieben wird.

(awp/gku)