Kabelnetzbetreiberin Cablecom sieht sich durch die öffentliche Diskussion rund um den Glasfaserausbau der Swisscom und der Elektrizitätswerke ins Abseits gedrängt. In einem Brief, der gemäss Cablecom an «wichtige Geschäftspartner der Immobilienwirtschaft» ging, schreibt das Unternehmen: «Unser Netz verdankt seine heutige Leistungsfähigkeit dem kontinuierlichen Netzausbau der vergangenen Jahre (...).» Die letzte Meile bestehe aus «leistungsstarken Koaxialkabeln, die - im Gegensatz zu den veralteten Kupferkabeln des Telefonnetzes - heute und in Zukunft auch die wachsenden Kommunikationsbedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden abdecken werden».

«Wir spüren den Wettbewerb»

Grund für das Selbstlob bei den Geschäftspartnern ist laut Cablecom-Sprecherin Deborah Bucher die Tatsache, dass die Kommunikation der Ergebnisse des Runden Tisches zum Glasfaserausbau in der Schweiz «aus unserer Sicht die Position der Kabelnetzbetreiber im Allgemeinen und der Cablecom im Speziellen nicht ausreichend gewürdigt hat». Konkret habe man von einigen Immobilienverwaltungen das Feedback bekommen, dass sie verwirrt seien, was denn nun mit dem Cablecom-Angebot passiere. «Sie vermuteten, dass Cablecom jetzt auch bei der Verlegung von Glasfasern bis in die Haushalte mitmache und man nur noch einen 4-Faser-Anschluss für alle Dienste brauche. Das ist nicht der Fall.»

Inoffiziell dürfte der Brief auch eine Reaktion auf die Offensive des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (EWZ) sein. Das lokale Werk erschliesst neue Immobilien gratis mit Glasfasern - und konnte gemäss Immobilienkennern zahlreiche Neukunden gewinnen. Bucher gibt zu: «Wir spüren den Wettbewerb, wenn auch nur bei Grossbauten an zentraler Lage.» Aber sie ergänzt: «Ein absolut überwiegender Teil der Neubauten wird weiterhin an unser Netz angeschlossen.»

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