Am 28. Januar 2013 haben die Werke Wallisellen den Vertrag mit der Glattwerk AG gekündigt. Betroffen waren die Dienstleistungen Glattvision, Glattnet und Glattphone – als neuer Vertragspartner wurde UPC Cablecom vorgestellt. Die Umschaltung soll zwischen Oktober und November dieses Jahres erfolgen. «Die Erklärungen des Geschäftsführers können wir nicht nachvollziehen», hiess es in einem Glattwerk-Brief an die Glattnet.ch-Kundschaft (siehe Downloads).

Was folgte war ein riesiger Aufschrei – nicht nur der Provider Glattwerk, sondern auch die betroffenen Einwohner setzten sich mit einer Petition zur Wehr. Ein Protest, der seine Wirkung offensichtlich nicht verfehlt hat, wie die IT-Nachrichten-Plattform «inside-channels.ch» berichtet. So haben die Werke Wallisellen den Entscheid, auf Cablecom zu setzen, «einstweilen ausgesetzt».

Auf Grund des «aussergewöhnlichen Emotionalität der Debatte» soll der Ausbau des Netzes für einen Parallelbetrieb geprüft werden. Gegen einen solchen Parellelbetrieb hatten sich die Werke Wallisellen – so der Vorwurf von Glattnet – zuvor gesperrt.

Bei Cablecom reagiert man auf den Entscheid gelassen: «Wir sind bereit, den Dialog mit allen Beteiligten fortzusetzen und hoffen, dass dabei eine tragfähige Lösung gefunden werden kann», wird Christoph Millet, Director Partner Networks von Cablecom, zitiert.

Anzeige

Der Schlingerkurs hat personelle Konsequenzen: Werke-Verwaltungsrat und FDP-Gemeinderat Roland Mörgli ist wegen «unüberbrückbaren Meinungsdifferenzen mit dem Verwaltungsrat» laut Bericht per sofort zurückgetreten.

Glattnet war einer der ersten Provider in der Schweiz, der den Direktempfang von digitalen Fernsehprogrammen ohne Set-Top-Box zugelassen hatte. Der von Glattnet benutzte Standard HbbTV wurde von Konkurrent Cablecom aber unterdrückt.

(vst/aho)