Der Chef der Genfer Privatbank Reyl, François Reyl, und der Finanzberater Philippe Houman müssen im Zusammenhang mit der Cahuzac-Affäre wegen Vorwürfen des Steuerbetrugs vor der französischen Justiz erscheinen. Der ehemalige französische Budgetminister Jérôme Cahuzac wird sich wegen geheimer Bankkonten im Ausland vor Strafgericht verantworten müssen, wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitag unter Berufung auf Gerichtsquellen schreibt.

Die Bank Reyl wollte am Freitag auf Anfrage der AWP die Meldungen nicht kommentieren. François Reyl war im Dezember 2013 im Rahmen dieser Angelegenheit von den französischen Untersuchungsbehörden verhört worden. Er hatte sich im vergangenen November davon überzeugt gezeigt, in diesem Zusammenhang keinerlei Gesetzesverstoss begangen zu haben.

Geheimes Konto

Ein Verfahren gegen den Gründer der Bank, Dominique Reyl, ist zudem inzwischen eingestellt worden. 2013 hatte die französische Justiz gegen Dominique Reyl einen Haftbefehl ausgestellt, nachdem dieser einer Vorladung der französischen Justiz nicht nachgekommen war.

Der ehemalige französische Budgetminister Jérôme Cahuzac hatte der Bank Reyl die Verwaltung eines geheimen Kontos im Ausland anvertraut. Er räumte 2013 den Besitz eines solchen geheimen Auslandskontos ein, nachdem er zuvor monatelang die Öffentlichkeit belogen hatte. Dabei ging es um rund 600'000 Euro. Das undeklarierte Vermögen lag offenbar ab 1992 zunächst auf einem Konto bei der Grossbank UBS und war danach von Reyl & Cie. verwaltet worden. Die Genfer Privatbank überwies das Geld 2009 schliesslich an ihre Filiale in Singapur.

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(awp/ise)