Die Swiss hat sich diese Woche beim Personal für die Unruhen wegen der bekannt gewordenen Sparüberlegungen entschuldigt, wie «Der Sonntag» schreibt. Die Zeitung hatte vor einer Woche berichtet, dass die Swiss Anfang Monat aus Versehen ein entsprechendes Geheimpapier an das ganze Kabinenpersonal verschickt hatte.

Am Donnerstag entschuldigte sich nun COO Rainer Hiltebrand in einem internen Schreiben bei den Piloten und Flight Attendants: «Es tut mir leid, dass durch den Fehler beim Versand Unruhe und Verunsicherung entstanden sind.» Dabei stellte Hiltebrand laut «Sonntag» aber auch klar: «Mutmassungen der Presse etwa über eine Aufspaltung des Unternehmens oder über eine Auslagerung einer Europa-Plattform aus der Schweiz sind falsch.»

Dies widerspricht jedoch einem internen Swiss-Strategiepapier (siehe Bildstrecke oben) mit Datum vom 4. Juni, über das die «Handelszeitung» am Donnerstag berichtete. Autor ist Hohmeisters operativer Chef Rainer Hiltebrand.

Unter den diversen Szenarien, die bei der Fluggesellschaft intern durchgespielt werden, läuft demnach eines unter dem Codenamen «Calvin & Zwingli». Es sieht vor, den Flugverkehr neu zu strukturieren. Hier Swiss International, die im Unterschied zu heute nur noch Langstreckenflüge anbieten soll. Dort eine «neue EU-Plattform», die nur noch den Europaverkehr abwickeln soll.

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Zwar sind keinerlei Entscheide gefallen. Klar ist aber, dass die Swiss den Sparhobel vor allem beim Europageschäft ansetzen will. Zu «Calvin & Zwingli» wollte sich Sprecherin Susanne Mühlemann gegenüber der «Handelszeitung» nicht äussern. Sie bezeichnet das Dokument als «Arbeitspapier, das verschiedene mögliche Zukunftsmodelle skizziert, die erst diskutiert werden». Ob und wie sie umgesetzt würden, sei nicht entschieden.

Swiss gehört zu den sichersten Airlines der Welt

Derweil erreicht die Airline immerhin eine gute Nachricht. Die Schweizer Fluggesellschaft gehört als Teil des Lufthansa-Konzerns zu den zehn sichersten Airlines der Welt, wie die Zeitung «Der Sonntag» berichtet. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Genfer «Air Transport Rating Agency». 

Schon im Vorjahr hatten es die Lufthansa und die Swiss in die Top Ten geschafft. Ebenfalls als äusserst sicher eingestuft werden Air Canada, Air France-KLM, American Airlines, Delta Airlines, British Airways, Lufthansa (inklusive Swiss), Qantas, Southwest Airlines, United-Continental und US Airways.

Die Studie beruft sich laut «Sonntag» nicht nur auf die Unfallstatistik von 92 grossen Fluggesellschaften, sondern stützt sich auf die Analyse mehrerer Kriterien, wie zum Beispiel das Alter und die Einheitlichkeit der Flotte. 

(muv/tno)