Schweizer Busreise-Unternehmen sehen sich gegenüber den Anbietern des öffentlichen Verkehrs benachteiligt und fordern gleich lange Spiesse. Reisecars seien das effizienteste und ökologischste Verkehrsmittel, teilte die Fachgruppe Car des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbands ASTAG am Freitag mit.

In der Schweiz müsse endlich eine ernsthafte Diskussion über die Rolle der einzelnen Verkehrsmittel in Gang kommen, heisst es in der Mitteilung anlässlich der Mitgliederversammlung von Car Tourisme Suisse (CTS) am Freitag in Langenthal BE. CTS vertritt rund 450 Firmen mit 1350 Reisecars.

Darbellay prangert Diskriminierung an

Der Reisebus werde gegenüber dem öffentlichen Verkehr benachteiligt, beispielsweise bei den Steuern und Abgaben, der Arbeits- und Ruhezeitverordnung oder der Infrastruktur.

«Für einen fairen Wettbewerb müssen gleiche Rahmenbedingungen für sämtliche Marktteilnehmer gelten – egal ob öffentliche oder private Unternehmen», wird CTS-Präsident Christophe Darbellay zitiert. Hoffnung setzt Darbellay in den «Fernbus-Boom», welcher ein «Türöffner für die dringend benötigte Gesamtbeurteilung des Personenverkehrs in der Schweiz» sein könnte.

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Preiskampf auf dem Markt für Fernbusse

Auf dem Markt für Fernbusse gibt es Grossanbieter sowie Kleinstunternehmen, die nur eine Strecke bedienen. Der einzige grössere Schweizer Anbieter ist die Expressbus AG in Weggis LU mit 13 Linien in Europa.

«Der Wettbewerb wird allein über den Preis geführt», sagt Patrick Angehrn, Geschäftsführer der Expressbus AG. Lohnend wird das Geschäft für die Unternehmen erst, wenn die Busse zu mindestens zwei Dritteln besetzt sind. «Mit der Auslastung auf unseren Linien sind wir sehr zufrieden», sagt Gregor Hintz, Sprecher von «Mein Fernbus», ohne Zahlen zu verraten. Die Busreisenden – es sind Studenten, Rentner, aber auch Geschäftsleute – schätzen Steckdosen, WLAN, Snacks und Liegesitze. Im schlechtesten Fall sind die Busse verspätet. Bezüglich Pünktlichkeit können sie nicht mit der Bahn mithalten.

(sda/ise/ama)