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Projekt
«Cargo sous terrain» gründet Aktiengesellschaft

 

Sie wollen den Güterverkehr in einen unterirdischen Tunnel verlegen: Die Promotoren hinter dem Projekt «Cargo sous terrain» haben den Förderverein in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Veröffentlicht am 24.03.2017

Die Promotoren des Projekts einer unterirdischen Güterbahn quer durchs Mittelland haben eine Aktiengesellschaft gegründet. Mit der Umwandlung des Fördervereins «Cargo sous terrain» (CST) in eine AG erfüllen sie eine Bedingung des Bundesrates.

Die Landesregierung hatte letzten Herbst in Aussicht gestellt, das privatwirtschaftliche Projekt mit einem Spezialgesetz zu unterstützen. Dieses würde es erleichtern, die Planungs- und Bewilligungsphase voranzutreiben. Anstelle von kantonalen und kommunalen Vorschriften käme für den Bau eine einheitliche Rechtsgrundlage zur Anwendung.

Knackpunkt 100 Millionen

Der Bundesrat knüpft diese Unterstützung aber an Bedingungen. Er verlangt, dass der Förderverein CST in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wird. Die Träger sollen zudem finanzielle Mittel in der Höhe von mindestens 100 Millionen Franken zusichern, die zu mindestens 50 Prozent von Schweizer Investoren eingebracht werden.

Die erste Bedingung hat der Förderverein CST nach eigenen Angaben erfüllt, wie er in einer Mitteilung vom Freitag schreibt. Die bisherigen Vereinsmitglieder würden zu Aktionären, darunter auch alle Hauptträger des Vereins. Das Aktienkapital beträgt rund 100'000 Franken und wird von allen Hauptaktionären zu gleichen Teilen getragen, wie Verwaltungsratspräsident Peter Sutterlüti auf Nachfrage erklärte.

Post, Swisscom und SBB Cargo

Hauptaktionäre der neuen AG sind unter anderem die bundesnahen Betriebe Post, Swisscom und SBB Cargo, die Detailhändler Coop und Migros, sowie der Berner Energiekonzern BKW und der Versicherer Mobiliar.

Bei der Finanzierung der Baubewilligungsphase für die erste Teilstrecke liefen gegenwärtig Gespräche mit professionellen Investoren, schreibt der CST. Ziel ist es, die notwendigen 100 Millionen Franken in diesem Jahr sicherzustellen. Die Investitionszusagen erfolgen in Abhängigkeit vom Inkrafttreten des künftigen Gesetzes.

Pilotstrecke im Jahr 2030

Das Projekt «Cargo sous terrain» (CST) ist ein Projekt von Unternehmen des Detailhandels, der Logistik und weiterer Branchen. Es sieht ein unterirdisches Transportsystem für Güter vor, das die heutigen Gütertransport- und Logistiksysteme entlasten und ergänzen soll.

Die Promotoren des Projekts «Cargo sous terrain» hatten im Januar 2016 eine Machbarkeitsstudie präsentiert, in der sie die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit des unterirdischen Güterverkehrs zu belegen versuchten. Bereits 2030 soll eine erste Pilotstrecke zwischen Niederbipp BE/Härkingen SO und Zürich in Betrieb gehen. Kosten soll dieser Abschnitt 3,5 Milliarden Franken, für das gesamte System müssten 33 Milliarden Franken investiert werden.

Fernziel ist ein unterirdisches Logistiknetz von Genf quer durch das Mittelland bis St. Gallen. Angeschlossen werden sollen zudem die Städte Luzern, Basel und Thun. Dabei sollen kleine, unbemannte Transportfahrzeuge Waren zwischen den grossen Handelszentren transportieren.

(sda/cfr/chb)

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