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Vermögen
Carlos Slim: Keiner verlor 2015 mehr Geld

Carlos Slim: Nach einem miesen Jahr ist der Mexikaner 20 Milliarden Dollar leichter. Keystone

Carlos Slim hatte ein schweres Jahr. Unter den reichsten Menschen des Planeten traf es ihn am ärgsten, er verlor zwanzig Milliarden Dollar.

Veröffentlicht am 25.12.2015

Seit Anfang 2015 hat das Vermögen des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim um fast 20 Milliarden Dollar abgenommen, was etwa der Grösse der Volkswirtschaft von Honduras entspricht, und beläuft sich damit laut Bloomberg Billionaires Index auf nur noch 52,8 Milliarden Dollar. Die Aktien seines Telekomkonzerns America Movil SAB stehen vor ihrem stärksten Kursverlust seit 2008. Das Unternehmen leidet unter regulatorischem Druck in Mexiko, wo es nun mit anderen die Infrastruktur teilen muss, mit der es seit mehr als einem Jahrzehnt den Mobilfunk- und Festnetzmarkt dominieren konnte. 

Es gibt einige Negativentwicklungen für den in Mexiko-Stadt ansässigen Konzern: ein düsterer Ausblick für seinen zweitgrössten Markt, Brasilien, stärkere Wettbewerber zu Hause und begrenzte Expansionsmöglichkeiten in Europa. Slim, nun nur noch fünftreichster Mensch der Welt, nachdem er Anfang des Jahres noch Platz drei belegt hatte, hält 57 Prozent an dem Unternehmen. Die Aktie, die seit Jahresbeginn 18 Prozent abgegeben hat, musste ihren langjährigen Status des höchstgewichteten Mitglieds im mexikanischen Leitindex abgeben. Damit ist Slim der grösste Verlierer unter den 400 reichsten Menschen der Welt.

Kein Lichtblick

«Es gibt kurzfristig wirklich nichts, was Investoren enthusiastisch machen könnte, und daher hat sich der Fokus auf die nachlassende Profitabilität am mexikanischen Markt verlagert», sagt Kevin Smithen, Analyst bei Macquarie Securities USA, im Interview mit Bloomberg. «Man braucht wirklich eine glaubwürdigere Expansionsstrategie in Europa oder Hinweise auf eine finanzielle Wende in Brasilien», damit die Aktienkurse steigen. 

Ein Pressevertreter von America Movil lehnte einen Kommentar ab. 

Mehr Wettbewerb

Der Telekomkonzern hatte sich für sein Wachstum auf Brasilien, Österreich und die Vereinigten Staaten gestützt. In Mexiko, wo er rund 70 Prozent aller Mobiltelefone und 62 Prozent der Festnetzanschlüsse kontrolliert, schwächt die Regulierung den Wettbewerbsvorteil, den er bislang hatte.

Zu allem Überfluss erwarb AT&T auch noch zwei Konkurrenten in Mexiko, die NII-Holdings-Tochter Nextel Mexico und Grupo Iusacell SA, was die Preise drückt und den Kampf um Kunden auf dem Heimatmarkt verschärft. 

Kleinere Gewinnmarge

Die Gewinnmarge auf Ebitda-Basis in Mexiko ist im abgelaufenen Quartal auf 40,3 Prozent gefallen, von 44,8 Prozent ein Jahr zuvor, und dürfte 2016 weiter sinken, schreibt die Credit Suisse in einer Studie vom Dezember. Zwar werde die Entscheidung von America Movil, etwa 11’000 Mobilfunkmasten zur Vermietung abzuspalten, wohl die Verschuldung senken, jedoch sei dieses Geschäft im Unternehmensvergleich klein, so die Studie. 

«Der Wechsel in der Telekom-Regulierung in Mexiko hat Wettbewerber angelockt, und jetzt investiert AT&T in grossem Umfang, um einen starken Mobilfunkplayer im Land aufzubauen», schrieb Credit-Suisse-Analyst Daniel Federle. «Der Wettbewerb wird in den nächsten Jahren schärfer werden.»

(bloomberg/ise)

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