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Carlsberg gleist riesiges Sparprogramm auf

Carlsberg: Die Dänen müssen sparen. Keystone

Der dänische Braukonzern Carlsberg muss eine Milliardensumme abschreiben und macht deshalb einen grossen Verlust. Nun droht 2000 Mitarbeitern der blaue Brief.

Veröffentlicht am 11.11.2015

Der weltweit viertgrösste Bierbrauer Carlsberg rutscht wegen eines milliardenschweren Abschreibers tief in die roten Zahlen. Vor allem wegen des schleppenden Geschäfts in Russland schrieb der Konzern im dritten Quartal 7,7 Milliarden Dänische Kronen (1,1 Milliarden Franken) ab.

«Die Entwicklung unseres Gewinns in den jüngsten Jahren war nicht zufriedenstellend», erklärte Vorstandschef Cees 't Hart. Nun gleisen die Dänen ein umfangreiches Sparprogramm auf und wollen 15 Prozent der Belegschaft abbauen. Ob es in der Schweiz zu Entlassungen kommt, ist derzeit unklar. «Aktuell ist bei Feldschlösschen kein Stellenabbau geplant», sagt Feldschlösschen-Sprecherin Gabriela Gerber. Seit Anfang Jahr herrsche aber ein Einstellungsstopp. Die Feldschlösschen Getränke AG ist die Schweiz-Tochter des dänischen Konzerns.

300 Millionen Franken pro Jahr

Um profitabler zu werden, sollen 2000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Damit sollen unter anderem ab 2018 jährlich bis zu zwei Milliarden dänische Kronen (290 Millionen Franken) eingespart werden.

Im Gegenzug fallen für die Massnahmen Kosten in Höhe von insgesamt 10 Milliarden Kronen (1,5 Milliarden Franken) in den Jahren 2015 bis 2017 an, davon 8,5 Milliarden alleine im laufenden Jahr.

Sinkender Bierabsatz

Das vergangene Quartal lief durchwachsen: So sank der Bierabsatz mit Marken wie Carlsberg, Feldschlösschen, Cardinal und Hürlimann bereinigt um Zukäufe um drei Prozent auf 37,6 Millionen Hektoliter.

Vor allem das Geschäft in Osteuropa schwächelte. Der Umsatz kletterte noch auf 18,3 Milliarden Kronen, nach 18,1 Milliarden Kronen ein Jahr zuvor. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn legte um zwei Prozent auf 3,47 Milliarden Kronen zu. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten.

Hoher Verlust

Unter dem Strich fiel wegen hoher Wertberichtigungen ein Verlust von knapp 4,5 Milliarden Kronen an. Dabei machen dem Unternehmen vor allem die schwächelnden Märkte in Russland aber auch in China zu schaffen. Ohne diesen Effekt hätte Carlsberg einen Gewinn in Höhe von 2,2 Milliarden Kronen erzielt.

Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen hatte Carlsberg bereits seinen Ausblick für das Gesamtjahr gesenkt. Demnach rechnet das Unternehmen mit einem leichten Rückgang des operativen Gewinns. Carlberg arbeitet an einer neuen Unternehmensstrategie und will diese im ersten Quartal 2016 vorstellen.

(awp/ise/ama)

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