Das Grand Casino Baden hat 2011 im Vergleich zum Vorjahr einen leicht geringeren Bruttospielertrag (BSE) erzielt. Der BSE ging um 1,4 Prozent auf 103,7 Millionen Franken zurück. Auf die neue Casino-Konkurrenz in Zürich reagieren die Aargauer mit einer Vorwärtsstrategie.

Das Grand Casino Baden habe sich in einem schwierigen Umfeld gut behauptet, teilte die Stadtcasino Baden AG mit. Die Gruppe ist mehrheitlich im Besitz der Stadt Baden. Mit dem BSE von 103,7 Millionen Franken steht das Grand Casino Baden nach eigenen Angaben umsatzmässig weiterhin an der Spitze aller Casinos in der Schweiz. Von diesem Ertrag flossen 63,2 Millionen Franken oder 61 Prozent als Spielbankenabgabe an den Staat.

Kampf um Glücksspieler

Die Gruppe Stadtcasino Baden verdoppelte 2011 ihren Nettogewinn beinahe. Er betrug 7,3 Millionen Franken - gegenüber 3,9 Millionen Franken im Jahr 2010. Der Betriebsertrag der Gruppe - Gastronomie, Parkplatz und Nettogewinn von 50,4 Millionen Franken aus Spielen - blieb mit 64,2 Millionen Franken nahezu unverändert. Die Holding Stadtcasino Baden will pro Aktie wie im Vorjahr eine Dividende von 25 Franken ausschütten.

Die Stadtcasino-Baden-Gruppe sieht sich vor grossen Herausforderungen. Der Bruttospielertrag gehe zurück, vor allem wegen des Rauchverbots, des starken Frankens und wegen der veränderten Wettbewerbssituation. Der Kampf um die Glücksspielerinnen und Glücksspieler wird sich in diesem Jahr verschärfen. Voraussichtlich im Oktober wird das Casino Zürich seine Türen öffnen. Die Badener waren beim Bundesrat mit ihrem Konzessionsgesuch für Zürich abgeblitzt. Das Grand Casino Baden geht davon aus, wegen der neuen Konkurrenz rund einen Drittel seines Umsatzes zu verlieren. Vor diesem Hintergrund ergreift die Gruppe die Flucht nach vorne.

Auf Einkaufstour

Die Stadtcasino Baden AG will gemäss Verwaltungsratspräsident Peter Blöchlinger zu einer der führenden schweizerischen Casino-Gruppen werden. Die Badener wollen Beteiligungen im In- und Ausland übernehmen. So kaufte die Gruppe bereits 90 Prozent des Aktienkapitals des Casinos im Bündner Ferienort Davos. Im Fürstentum Liechtenstein erhielten die Badener mit einem Liechtensteiner Unternehmer die erste und einzige Spielbankenkonzession des «Ländle».

Weitere Projekte sind gemäss der Stadtcasino-Gruppe in Abklärung. Grund für die Vorwärtsstrategie sei nicht nicht nur die neue Zürcher Konkurrenz. Seit einigen Jahren würden die Umsätze der Casino-Industrie erodieren, hiess es. Die Gruppe geht davon aus, dass es über kurz oder lang zu Konsolidierungen kommen wird. Die Schweiz habe die höchste Casino-Dichte in Europa.

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Mit Investitionen von 6 Millionen Franken will die Gruppe in diesem Jahr ihr Casino in Baden zu einem «Haus der Unterhaltung» ausbauen. Sie engagiert sich zudem am Ausbau des «Trafo»-Kultur- und Kongresszentrums in der Stadt.

(muv/sda)